Allein in Deutschland führt der Typ 2 Diabetes pro Jahr zu circa 28.000 Fußamputationen, zu 6000 Neuerblindungen, zu über 6000 neuen Dialysefällen, zu 27.000 Herzinfarkten und zu 44.000 Schlaganfällen. Die wesentlichen Auslöser für Diabetes Typ 2 sind Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Ursache dafür ist oftmals eine zu reichhaltige Ernährung in Verbindung mit zu wenig körperlicher Aktivität. Daher können Diabetes-Erkrankungen in der Regel nur durch eine langfristige Änderung des Lebensstils verbessert werden. Doch gerade das ist für die Betroffenen oft sehr schwierig, und es gibt kaum Institutionen, die ihnen dabei langfristig helfen. So ist die Zahl der Menschen mit Diabetes seit den sechziger Jahren von circa 0,6 Millionen auf über sieben Millionen angestiegen.
Geringere Betreuungskosten
Verschiedene Studien belegen, dass durch Telemonitoring gut eingestellte Diabetespatienten bis zu 90 Prozent weniger Betreuungskosten verursachen als Patienten mit dauerhaft erhöhtem Blutzuckerwert. Diese leiden häufiger unter Folgeerkrankungen und müssen stationär behandelt werden.Was ist Telemonitoring?
Kennzeichnend für Telemonitoring ist die räumliche Distanz von Arzt und Patient bei der Anwendung von therapeutischen und diagnostischen Verfahren. Intelligente Assistenz-Systeme ermöglichen die häusliche Messung und Übertragung von Vitaldaten wie Blutzuckerwerten, Blutdruck und Gewicht. Diese werden direkt zum behandelnden Arzt über ein telemedizinisches Zentrum übertragen, das die Koordination zwischen Patient, Arzt, Krankenhaus und Krankenkasse übernimmt. Das ermöglicht unter anderem die Entwicklung optimaler individueller Therapiepläne sowie die Überwachung von deren Erfolg.
Keine Regelleistung
Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse muss jeweils im Einzelfall geklärt werden, da das Telemonitoring keine gesetzliche Regelleistung ist. Die Behandlungskosten einiger Telemonitoring-Programme werden aber bereits von einzelnen Krankenkassen übernommen. Ziel ist es, Telemonitoring für Diabetes-Patienten als Leistung der Regelversorgung des Gesundheitswesens zu etablieren. Bis es soweit ist, kann es allerdings noch ein paar Jahre dauern. Die Gründe hierfür liegen unter anderem darin, dass bisher nur Teilaspekte aus dem Gesundheitswesen herausgegriffen wurden. Der Nutzen von Telemedizin entfaltet sich jedoch mit der Vernetzung aller Versorgungsschritte.

