Menschen, die ihr Leben auch im Alter selbstbewusst und sinnvoll planen wollen, schließen sich oft zusammen, um alltägliche Probleme gemeinsam zu meistern. Expertin Margot Opoku-Böhler von "Wohnen im Alter e.V." stellt die Variante des Mehrgenerationenhauses vor.
Das Zusammenleben in dieser Form ist für alle Altersgruppen geeignet: Für Senioren genauso wie für Jüngere, weil sie sich alle eine sichere Zukunft mit Familie wünschen. Geeignet ist das Mehrgenerationenhaus auch für Kinder, da in diesen Häusern eine unterstützende kinderfreundliche Umgebung geschaffen wird. Das Projekt baut darauf auf, dass alle Mieter ihre Stärken in die Hausgemeinschaft einbringen. Die Älteren profitieren von der Lebendigkeit der Jungen und diese von der Lebenserfahrung der Senioren.
Selbst Hartz-4-Empfänger spricht dieses Projekt an. Er soll hier die Möglichkeit bekommen, sich auf einen Neueinstieg in den Beruf zu konzentrieren. Eine gute Perpektive haben außerdem alleinerziehende Frauen, die hier die Chance haben, beruflich wieder auf die Beine zu kommen. Der große Vorteil: Alle kennen sich untereinander und helfen sich gegenseitig. Dies führt zu einer erhöhten Lebensqualität.

Es gibt keine vorgefertigten Formulare. Wenn Sie sich allerdings für ein Mehrgenerationenhaus bewerben, könnten folgende Fragen gestellt werden: Ist der Bewerber offen für diese Art des Zusammenlebens? Sind Sie kontaktfreudig? Haben Sie Spaß am gemeinsamen lernen? Sie müssen sich als Unterstützung in der Gruppe eingeben wollen. Die Gruppe steht im Vordergrund: Sie soll soziale Kompetenzen entwickeln.
Die Vermieter der Mehrgenerationenhäuser sind sowohl Privatleute als auch Vereine. Als Privatmann können Sie ein Haus kaufen oder bauen und als Investor auftreten. Fördergelder für den sozialen Wohnungsbau können von der Kommune, dem Land oder Bund und sogar über bestimmte EU-Projekte kommen. Auch Vereine, also mehrere Personen, können ein solches Projekt auf die Beine stellen und als Generalvermieter auftreten. Der Verein nimmt eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung eines Wohnprojekts ein.
In ihrer Stadt, in den Kommunen, im Internet, in Wohlfahrtsverbänden, bei Koordinierungsstellen, beim Kuratorium Deutsche Altershilfe oder auch beim bundesweiten Forum für gemeinschaftliches Wohnen.
Es gibt keine allgemeingültigen Regeln. Das Zusammenleben hängt immer von den Menschen oder der Projektgruppe ab. Es gibt Gruppen, die direkt zu Beginn eine Hausordnung aufstellen, andere haben nach zehn Jahren noch keine. Obwohl der Gemeinschaftsgedanke groß geschrieben wird, ist die richtige Mischung aus Nähe und Distanz wichtig. Doch der klare Vorteil liegt auf der Hand: Diese Wohnform fördert einen Autausch zwischen den Generationen und lässt keine Einsamkeit aufkommen.
Wichtig: Ein Mehrgenerationenhaus ist kein betreutes Wohnen. Jeder hat eine abgeschlossene Wohnung. Nur die Gemeinschaftsräume werden zusammen genutzt. Es gibt keinen Zwang und kein Programm, das abgespult wird. Jeder soll in diesem Haus selbstständig leben. Einen weiteren Vorteil, den man hat: man kann sich seine Nachbarn aussuchen. Man arbeitet von Anfang an in der Gruppe mit und kann selbst entscheiden, mit welchen Personen man zusammen leben möchte oder nicht.

Oft sind es zwischenmenschliche Probleme wie in jeder Partnerschaft auch, die beim Zusammenleben auftreten können. In seltenen Fällen kommt es sogar dazu, dass Mitbewohner nicht mehr miteinander reden. Hier muss die Gemeinschaft eine Lösung finden.
Allerdings gibt es keine Probleme aufgrund des sozialen Standes. Diese Wohnprojekte sind für alle, arm und reich. In diesen Wohnungen können sie bis zum Schluss, im Falle einer Pflege wohnen. Es gibt Projekte, die Bettenlifte oder ähnliches anbieten.