Der neue Wohnbereich. Quelle: ZDF
Dunkler Boden, kuscheliges Ambiente: In den neuen Wohnbereich ist Gemütlichkeit eingezogen.

Gemütlich wohnen unter Schrägen

Ausbau eines Dachgeschosses

Wenn die Kinder erwachsen sind und aus dem Haus ausziehen, bedeutet das für die Eltern meist nicht nur eine neue Lebens-, sondern auch eine neue Wohnsituation. Das "Mehr" an Platz wollen sie nun gerne für sich nutzen - etwa als neuen Wohn- und Schlafraum. Doch wie soll man so ein Projekt angehen? Die Antwort kommt von Mick Wewers: Der "Volle Kanne"-Wohndesignexperte zeigt, wie man aus einem brach liegenden Dachgeschoss eine moderne Wohnlandschaft macht.

 
 
 

Ihren Dachstuhl haben Dorothee und Johannes Jansen vor etwa 25 Jahren ausgebaut, doch was damals bei Einrichtungen Mode war, erinnert heute eher an eine Saunalandschaft - Decke und Wände sind mit Holz verkleidet, der Fußboden ein alter grauer Teppich. Das ernüchternde Fazit: völlig in die Jahre gekommen und ziemlich ungemütlich. Schade, denn gerade ein Zimmer unter dem Dach hat seinen ganz eigenen Charme. Damit es unter den Schrägen richtig gemütlich wird, muss einiges getan werden. Für den Neuausbau ist eine gute Planung wichtig. Dazu zählen der Trockenbau von Wänden und Decke, das Farbkonzept und die Wandgestaltung, Bodenbelag sowie Elektrik und Heizung.

Gipskarton.
Gipskarton ist leicht zu verarbeiten.

Wände neu verkleiden

Holzverkleidung war gestern - wesentlich moderner wirken glatt verputze, gestrichene Wände. Die einfachste Methode hierfür ist die Verkleidung mit Gipskartonplatten. Dafür benötigt man eine Unterkonstruktion aus Kanthölzern, auf die die Platten geschraubt werden. Wichtig: Die Platten müssen versetzt angebracht werden, es dürfen keine Kreuzfugen entstehen durch vier Platten, die aneinander liegen. Gipskartonplatten sind leicht zu verarbeiten. Für den Zuschnitt ritzt man mit einem Cuttermesser die obere Kartonschicht ein, diese Kante lässt sich dann leicht und sauber mit einem Schlag brechen, anschließend noch den rückseitigen Karton mit dem Messer schneiden - fertig.

Zum Verschrauben nimmt man spezielle, rostfreie Schrauben. Sie dürfen nur so tief in die Gipskartonplatte geschraubt werden, dass sie nicht überstehen. Die Fugen werden mit einem so genannten Armierungsnetz ausgelegt und verspachtelt. Das Netz verhindert spätere Risse. Abschließend muss die getrocknete Spachtelmasse noch glattgeschliffen werden - fertig ist eine völlig glatte Wandfläche, die nun tapeziert oder gestrichen werden kann.

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Farbauswahl

Gerade in Räumen mit Schrägen bietet sich eine Wandgestaltung in mehreren Farben an. Dadurch lassen sich unterschiedliche Wandbereiche betonen und die Architektur des Raumes tritt besser hervor. Damit es nicht zu bunt wird, empfiehlt es sich in einer Farbfamilie zu bleiben. Für einen Wohn- und Schlafraum sollte man dezente, gedeckte Töne wählen. Mick Wewers empfiehlt eine Kombination aus leichten Brauntönen mit frischen Farben wie Ginster oder Melisse. Schließlich soll das Dachzimmer modern, aber trotzdem gemütlich werden.

Das neue Regal. Quelle: ZDF
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Das neue Regal kaschiert den Kaminschacht.

Boden verlegen leicht gemacht

Bei der Wahl eines geeigneten Bodenbelags stehen viele ratlos vor einer riesigen Auswahl. Teppich, Linoleum, PVC, Parkett oder Laminat sind dabei die geläufigsten Bodenbeläge. Viele wünschen sich einen Boden in Holzoptik. Eine günstige Alternative zum Echtholzparkett sind Laminatböden. Die Preise liegen je nach Dekor und Qualität zwischen fünf und 30 Euro pro Quadratmeter. Für große Räume oder Zimmer mit hohen Decken bieten sich dunklere Holztöne an. Sie wirken besonders edel. Weiße Fußleisten bringen zusätzlichen Charme.

Mittlerweile sind die meisten Laminatböden mit einem einfach zu verlegenden Click-System ausgestattet. Ein Verleimen ist nicht mehr nötig. Allerdings sollte man darauf achten, etwa einen Zentimeter Platz zwischen Bodenbelag und Wand zu lassen. Distanzkeile sind beim Verlegen hilfreich. Bei größeren Flächen, ab circa 40 Quadratmeter, empfiehlt Wewers den Einbau einer so genannten Dehnungsfuge. Sie verhindert, dass sich der Boden später wölbt.

Raumecke verschönern

Eine Raumecke mit einem Kaminschacht ist nicht nur unschön anzusehen, sondern auch eine Platzverschwendung. Hier muss eine Schreinerlösung her: drei schlichte Regalelemente, die um den Schacht herum miteinander verbunden werden. Dazu wird zunächst ein Sockel für die Unterkonstruktion angepasst.

Fotogalerie. Quelle: ZDF
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Fotos effektvoll an einem Seilsystem anbringen.

Die Regale können selbst gebaut oder schon fix und fertig gekauft werden. Beim Selbstbauen ist unbedingt auf die Maße zu achten, denn nur so erzielt man die gewünschte Wirkung eines Designermöbels. Wenn alles nebeneinander steht, müssen die einzelnen Elemente nur noch miteinander verschraubt werden.

Spiegelelement als Infrarotheizung

Die Anschaffung einer Infrarotheizung ist als Ergänzung zu einem bestehenden Heizkörper gerade im Dachgeschoss eine gute Lösung. Die Anschaffungskosten sind vergleichbar mit denen eines normalen Heizkörpers, allerdings entfällt eine aufwändige Montage. Die Infrarotheizung wird einfach an der Wand angebracht und mit einer Steckdose verbunden.

Durch die gute Energieausbeute sind Infrarotheizungen in den meisten Fällen energiesparend. Sie werden per Funk über ein Thermostat geregelt. Geheizt wird per Wärmewellen: Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizsystemen wird also nicht die Raumluft erwärmt, sondern alle Körper, die Wärmewellen absorbieren können. Infrarotheizkörper gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen.

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Seilsystem mit Fotogalerie

Für eine eigene Fotogalerie der etwas anderen Art werden selbstgeschossene Bilder oder gekaufte Lieblingsfotos auf farbige Pappe geklebt. Ferner benötigt man zwei Drahtseile, zwei Wandbeschläge oder alternativ zwei Schrauben und Klammern. Das Drahtseil muss exakt ausgelotet werden, denn nur so kann der gewünschte Profil-Look entstehen. Mit den Schrauben oder den Wandbeschlägen werden die Seile befestigt. Dabei muss der Abstand genau zur Fotobreite passen. Abschließend können die Fotos mit den Klammern an den Drahtseilen befestigt werden. Fertig ist eine moderne selbst gemachte Fotogalerie.