Der Erziehungswissenschaftler Professor Manfred Kappeler fordert im Frontal21-Interview eine politische Lösung für die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle. Das Opferentschädigungsgesetz aus dem Jahr 1976 sei hierfür ein "falscher Weg", so Kappeler. Das habe der Umgang mit missbrauchten Heimkindern gezeigt, die in langwierigen Einzelverfahren um Entschädigung kämpfen müssen. Das Thema Missbrauch sei mit den Fällen zu einem Skandal geworden, "der die tragendenden Schichten der Gesellschaft erreicht hat", so der Wissenschaftler von der Freien Universität Berlin.
Der als Deutschlands oberster Pharmakontrolleur bekannte Peter Sawicki kritisiert die Preisgestaltung des Pharma-Herstellers Celgene als "unanständig und unethisch". Der noch amtierende Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gilt als Pharmakritiker.
Frontal21 berichtete, wie die Deutsche Bahn private Konkurrenz behindert, und mehrfach über dubiose Geschäfte des Unternehmers Hellmut Trienekens. Der hatte mit Hilfe von Tocherfirmen seines Müllkonzerns Millionen Euro an Schwarzgeld in die Schweiz geschafft.
Frontal21 berichtete über den ehemaligen SS-Mann Heinrich Boere, dem vorgeworfen wurde, während der Besatzungszeit der Nazis in den Niederlanden drei Zivilisten ermordet zu haben. Er lebte jahrelang in Deutschland unbehelligt von der Justiz, obwohl er schon kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden war. Jetzt wurde der 88-jährige Boere auch in Deutschland zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Das Gericht in Aachen folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft und beendete so einen der letzten Kriegsverbrecherprozesse in Deutschland.