Masern sind eine hoch ansteckende, akute Infektionskrankheit. Sie zählen in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Weltweit sterben rund 120.000 Menschen an den Folgen von Masern. In Deutschland ist die Zahl der Erkrankten durch die seit etwa 30 Jahren praktizierte Impfung zwar deutlich zurückgegangen, allerdings kommt es immer wieder zu Epidemien. 2011 ist die Zahl der Infizierten so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr.
An Masern erkranken in der Regel Kinder und Kleinkinder. Auch Erwachsene können sich infizieren. Bei ihnen verläuft die Infektion oftmals schwerwiegender.
Der Erreger, das RNA-Masernvirus, wird durch Tröpfcheninfektion, also durch Sprechen, Niesen oder Husten, aber auch durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen von Mensch zu Mensch übertragen. Nach einer durchstandenen Maserninfektion besteht eine lebenslange Immunität gegenüber dem Erreger, das heißt, eine erneute Ansteckung ist nicht mehr möglich.
Die Krankheit verläuft typischerweise in zwei Phasen. Zu Beginn zeigen sich allgemeine, grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber, Schnupfen, Husten und eine Bindehautentzündung der Augen. Der charakteristische Masern-Ausschlag, bräunlich-rosafarbene Hautflecken, entsteht am dritten bis siebten Tag nach Auftreten der ersten Krankheitssymptome. Der Ausschlag, medizinisch als Exanthem bezeichnet, beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich dann am ganzen Körper aus. Nach vier bis sieben Tagen klingt der Hautausschlag ab.
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung, beträgt sieben bis 14 Tage. Das ansteckende Stadium beginnt zwei bis vier Tage vor Auftreten des Exanthems und hält so lange an, bis der Ausschlag wieder abgeklungen ist. Häufig kommt es bei einer Masernerkrankung zu Komplikationen wie einer Mittelohr- oder Lungenentzündung.
Besonders gefürchtet ist die Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns, die in 0,1 Prozent der Fälle auftritt. Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Enzephalitis-Betroffenen führt sie zu Folgeschäden wie Lähmungen und Sprachstörungen. Bei etwa zehn bis 20 Prozent endet sie tödlich. Sehr selten wird das Hirngewebe Monate bis Jahre nach einer Erkrankung mit dem Virus befallen, was zu einem geistigen Verfall, Krampfleiden, Lähmungen und zum Tode führen kann.

Masern werden anhand des typischen Krankheitsverlaufs und des charakteristischen Hautausschlags festgestellt. Spezifische IgM-Antikörper im Blut liefern den sicheren Nachweis des Virus. Das Virus selbst ist nicht behandelbar. Die Erkrankten müssen isoliert werden, bis der Hautausschlag verschwunden ist. Es kann nur symptomatisch behandelt werden, zum Beispiel mit fiebersenkenden Medikamenten. Bei Komplikationen müssen meist Antibiotika verabreicht werden.
Wenn ein fremder Erreger in den Organismus gelangt, reagiert der Körper als erstes mit der Produktion von sogenanntem Immunglobulin M (IgM). Weil IgM so schnell zur Verfügung steht, wird er gelegentlich auch als Frühantikörper bezeichnet.
Nur mit einer Impfung kann man sich vor Masern schützen. Für Kleinkinder wird die Masernimpfung von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) empfohlen. Sie erfolgt als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Die erste Impfung wird bei der U6 (11. bis 14. Lebensmonat) verabreicht, die zweite Impfung bei der U7 (15. bis 23. Monat).
Viele Kinderärzte richten sich jedoch mittlerweile nach den US-amerikanischen Empfehlungen. Danach wird die erste Kombiimpfung auf jeden Fall bis zum zwölften Lebensmonat, die zweite Impfung idealerweise vier Wochen danach, spätestens jedoch bei der U7 (15. bis 23. Monat) verabreicht. Möglich ist mittlerweile auch eine Vierfachimpfung, die Masern, Mumps, Röteln und Windpocken beinhaltet. Derzeit ist nicht sicher, wie lange die Immunität durch die Masernimpfung anhält. Eine durchgemachte Masernerkrankung hat eine lebenslange Immunität zur Folge.

Eine Masernimpfung kann mit Nebenwirkungen verbunden sein, die statistisch gesehen jedoch seltener auftreten als die Komplikationen einer Maserninfektion. In drei bis fünf Prozent aller Fälle kommt es zu leichtem Fieber, was als normale Reaktion des Körpers auf den Impfstoff gewertet wird.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:500 muss nach der Impfung mit Fieberkrämpfen gerechnet werden. Äußerst selten (1:200.000 bis 1:500.000) kann auch eine Masernimpfung zu schweren Verläufen einer Hirnentzündung bis hin zum Tod führen.
Die Masernimpfung wird von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts zwar empfohlen, ist aber nicht vorgeschrieben. Lediglich das Auftreten der Krankheit ist meldepflichtig. Da Kranke allerdings schon ansteckend sind, bevor die Symptome ausbrechen, kann es schnell zu einer Epidemie kommen, denn Masern sind extrem ansteckend durch Tröpfcheninfektion.
Um zukünftige Masernepidemien zu vermeiden, fordern Experten eine Durchimpfung der Bevölkerung. Dafür müssten 95 Prozent aller Kinder geimpft sein. Bisher erhalten jedoch nur knapp über 90 Prozent aller Kinder die Erstimpfung und nur knapp über 80 Prozent die wichtige Zweitimpfung, ohne die die Impfung nicht sicher ist. Zum einen ist es also der Vergesslichkeit der Eltern geschuldet, wenn die Kinder keinen ausreichenden Impfschutz bekommen. Hinzu kommt, dass manche Eltern Impfungen grundsätzlich ablehnen - sei es aus religiösen Gründen oder weil sie dem Rat von einigen Ärzten, Heilkundlern oder Homöopathen vertrauen, die sich gegen Impfungen aussprechen.