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19. März 2010
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Kakerlaken. Quelle: dpa
Kakerlaken gelten als das Synonym für Schädlingen.

Die unliebsamen Mitbewohner

Was man gegen Schädlinge im Haushalt tun kann

In Deutschlands Wohnungen treiben sich jede Menge Mitbewohner herum, die weder Miete zahlen noch sonst einen positiven Beitrag zur Haushaltsführung leisten: Mehlmotten, Silberfische, Kakerlaken und Bettwanzen. Sie fressen sich durch Kleidung und Lebensmittel, stechen, beißen und übertragen gefährliche Krankheiten. Aber so eklig die Krabbeltiere auch sein mögen, nicht alle nennen sich Schädlinge. Und nicht gegen jedes unwillkommene Getier hilft das gleiche Mittel.

 
 
 
 

Der Silberfisch verdankt seinen Namen seiner metallisch glänzenden Oberfläche. Er nistet gerne in Rissen, Spalten und ähnlichen Verstecken - am liebsten dort, wo es warm und feucht ist. Nachts kommt er dann aus seiner Behausung heraus und erkundet seine Umgebung nach genießbarer Nahrung. Seine Lieblingsspeise teilt er sich mit der Ameise: Zucker in jeder Form. Aber auch viele andere stärkehaltigen Stoffe wie Kleister, Bucheinbände oder Hautschuppen und Haare lässt sich der Silberfisch schmecken.

 

Eigentlich sind Silberfische harmlos, wenn sie nicht gerade in Massen auftreten. Doch allein der Anblick des unbeliebten Mitbewohners verursacht bei vielen Menschen Ekel. Deswegen hilft vor allem: Trockenhalten der bevorzugten Räume des Silberfisches. Bei Kälte vermehrt sich der Silberfisch nicht. Zudem wird er von bestimmten Duftstoffen wie Zitronen- oder Lavendelöl ferngehalten. Um die "Bruträume" möglichst ungemütlich zu halten, sollte man in regelmäßigen Abständen kochendes Wasser in den Badenwannen- und Waschbeckenausgus schütten.

Ameisen. Quelle: imago
imago
Ameisen lassen sich mit Ködern schnell aus dem Haus verbannen.

Ameisenstaat zerschlagen

Einen ähnlichen Speiseplan bevorzugen Ameisen. Auch sie ernähren sich gerne von Zucker und Stärke. Für ihre Brut brauchen sie dann auch noch eiweißhaltige Nahrung. Daher sollte man alles, was aus Ameisensicht gut schmeckt, fest verschließen. Eine gewisse Anzahl Ameisen in der Wohnung kann man zwar auch tolerieren, doch wer ganz sicher gehen will, verschließt alle Ritzen mit Silikon oder Gips. Allerdings wird das nur in seltenen Fällen vollständig gelingen.

Köderstationen auf einer Ameisenstraße sorgen relativ schnell für eine "Vollsperrung". Die Insekten bringen das vergiftete Futter zu ihrer Königin, mit deren Tod der gesamte Ameisenstaat in kurzer Zeit ausstirbt. Allerdings sollte man solche Köder wie auch Insektensprays nicht in der Nähe von Lebensmitteln verwenden.

 

Nervtötend und eklig

Gerade im Sommer machen auch Fruchtfliegen jede Menge Ärger. Sie treten überwiegend da auf, wo überreifes Obst gelagert wird. Die Fliegen kommen entweder von draußen, oder ihre Gelege befinden sich schon am Obst. Befallenes Obst sollte man schnellstens entsorgen, frisches Obst kühl - am besten im Kühlschrank - lagern. Denn bei vier Grad dürften die Fliegen nicht allzu lange am Leben bleiben.

 

Die Stubenfliege hingegen tritt das ganze Jahr über auf. Sie kann zwar auch Krankheiten übertragen, nervt in erster Linie aber durch lautes Brummen und Herumschwirren in Lampenschirmen. Zudem setzt sie sich mit Vorliebe auf nackte Körperpartien wie Kopf, Arme und Beine - und treibt den Menschen so zur Weisglut. Hier muss zu einem radikalen Mittel gegriffen werden: der handelsüblichen Fliegenklatsche. Um häufigen Besuch zu vermeiden, helfen vor allem Fliegengitter an den Fenstern, Leimfallen (die allerdings schon nach kurzer Zeit recht unappetitlich aussehen) und Insektensprays.

Mehlpackungen. Quelle: ZDF
ZDF
Lebensmittelmotten siedeln gerne in Mehlpackungen.

Keine schönen Schmetterlinge

Großen Schaden können auch Motten anrichten. Diese gehören zur Familie der Kleinschmetterlinge. Lebensmittelmotten siedeln gerne in Getreideprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten, Backwaren und Dörrobst, aber auch in Schokolade und Marzipan. Einmal in einen Vorratsschrank eingedrungen, werden in kürzester Zeit sämtliche bevorzugten Lebensmittel kontaminiert.

Die Kleidermotten mögen es vor allem dunkel und warm. Sie vertragen keine starken Luftbewegungen. Regelmäßiges Lüften der Schränke hilft bei der Vorbeugung. Aber auch pflanzliche Mittel wie Lavendelöl oder Zedernholz oder synthetische Mittel wie die klassische Mottenkugel vertreiben die Motten aus dem Schrank.

 

Infobox

Schutzhüllen helfen

Um wertvolle Kleidungsstücke wie Abendkleider und Anzüge dauerhaft zu schützen, sollte sie man sie eintüten und für zwei bis drei Tage in die Gefriertruhe legen. Dann sind alle möglicherweise schon vorhandenen Eier zerstört. Anschließend gibt man das Kleidungsstück in eine Vakuumverpackung.

 
 

Ein Fall für den Fachmann

Kakerlaken gelten als das Sinnbild für mangelhafte Hygiene. Doch das ist falsch. Tatsächlich kann sie jeder bekommen, beispielsweise über internationalen Warenhandel oder im Reisegepäck. Kakerlaken sind lichtscheu und verkriechen sich gerne hinter Fußleisten oder in Kabelschächten. Wo man eine Schabe sieht, sind meist gleich mehrere unterwegs, schnelles Handeln ist dann angeraten. Lassen Sie keine Lebensmittel herumliegen, räumen Sie ungespültes Geschirr in die Maschine, und halten Sie allgemein alles sauber, wo Kakerlaken drin sein könnten.

Da man an die Rückzugsrefugien hinter Leisten und in Schächten schlecht rankommt, hilft in vielen Fällen nur die chemische Keule. Es gibt zwar handelsübliche Sprays, die helfen, bei stärkerem Befall sollte man sich aber lieber früher als später an einen Schädlingsbekämpfer wenden, der die Tiere dann gezielter bekämpfen kann.

Schlafende Frau. Quelle: mev
mev
Bettwanzen kommen im Schlaf über ihre Opfer.

Im Schlaf gestochen

Bettwanzen sind in Deutschland seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch. Die Stiche führen zu Hautrötungen und jucken oft über Tage oder gar Wochen höllisch. Zudem stehen Bettwanzen im Verdacht, Hepatitis zu übertragen. Als Blutsauger leben sie überwiegend dort, wo sie bequem an ihrem Opfer herankommen können: im Sofa oder Bett. Als lichtscheue Wesen suchen sie sich die entsprechenden Verstecke wie kleine Ritzen am Bett, in Matratzen, in Bettkästen, im Schrank, hinter Bilderrahmen und Holzverkleidungen. Bettwanzen sind immer ein Fall für den Fachmann.

Wenn nichts mehr hilft, kann ein Profi die unliebsamen Mitbewohner vertreiben. Seit einigen Jahren ist Schädlingsbekämpfer ein staatlich anerkannter Lehrberuf. Adressen gibt es beim Schädlingsbekämpferverband. Weiter erkennt man einen seriösen Schädlingsbekämpfer ähnlich wie einen Handwerker daran, dass er sich den Befall persönlich anschaut und dann abhängig von Schädling und Ausbreitung einen Kostenvoranschlag erstellt. Eine Telefondiagnose gilt als unseriös.

 

So schützt man sich

Hygiene im Haushalt ist ein wichtiger Baustein um Schädlinge oder Lästlinge fern zu halten. Verschließen Sie angebrochene Lebensmittel fest, und halten Sie die Küche immer schön sauber. Bei geringem Befall von Schädlingen können schon "einfache" Mittel helfen. Fliegengitter an den Fenstern halten unliebsame Besucher draußen. Schließen Sie Türen und Fenster, wenn in der Wohnung Licht brennt.

 

Zu chemischen Mitteln sollte man erst bei stärkerem Befall greifen. Vor allem bei Kakerlaken und Bettwanzen empfiehlt sich ein Kammerjäger, besser früher als später - denn dann wird es auch nicht ganz so teuer.