Man liegt wach, wälzt sich im Bett hin und her. Die Augen sind geschlossen, doch der Schlaf will und will sich nicht einstellen. Schätzungen zufolge leidet jeder vierte Deutsche unter Schlafstörungen. Manche sind psychischer Natur, andere physischer. Auch Hormonhaushalt und bestimmte Krankheiten können eine Rolle spielen.
Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte sich - möglichst mit ärztlicher Unterstützung - auf Spurensuche begeben. Manchmal ist die Ursache leicht zu finden, oft aber spielen eine ganze Reihe von Schlaf raubenden Faktoren eine Rolle. An erster Stelle steht in diesem Zusammenhang die Reflexion des Tages.
Viele Menschen liegen nachts noch lange wach, weil sie Zeit benötigen, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Gerade in problembehafteten Berufen (Ärzte, Lehrer, Pädagogen und Psychologen) brauchen die Betroffenen eine gewisse Zeit, die Geschichten ihrer Patienten oder Schutzbefohlenen aufzuarbeiten.
Ein interessanter Ansatz wird in so genannten Schlafschulen verfolgt. Denn hier können die Teilnehmer lernen, wieder durchzuschlafen. In mehrtägigen Seminaren werden Themengebiete wie "Schlafhygiene" und "Schlaf-Wach-Rhythmus" angeschnitten. Die Grundlagen eines solchen Seminars bilden Theorie, Aktivität und Entspannung.
Unabhängig von den psychischen Faktoren gibt es auch ganz "handfeste" Ursachen für schlechten Schlaf: Ungeeignete Betten, knarrende Lattenroste, unbequeme Kissen und zu harte oder weiche Matratzen. Gerade letzteren sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Denn die richtige Schlafunterlage findet sich erst durch ausgiebiges Probeliegen. Auch der Preis ist zu beachten. So untersuchte Stiftung Warentest im August 2009 zehn Kaltschaummatratzen , die im unteren Preissegment angesiedelt sind. Das Urteil "Sehr gut" gab es nicht, immerhin zwei Produkte erhielten ein "Gut".
Allerdings kann auch die hochwertigste Unterlage nicht jedem Menschen guten Schlaf garantieren. Bei Kindern beispielsweise spielen falsche Einschlafrituale, Albträume oder das Restless-Legs-Syndrom eine wichtige Rolle - mit massiven Auswirkungen auf den Betroffenen.
Schlafstörungen äußern sich dann in Übermüdung, Abgeschlagenheit, fehlender Konzentrationsfähigkeit, aber auch in Hyperaktivität und aggressivem Verhalten. Durch Schlafmangel kann auch das Immunsystem geschwächt werden. Die Infektanfälligkeit steigt, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Probleme sind ebenfalls möglich.
Eine besonders gefährliche Form der Schlafstörung ist die so genannte obstruktive Schlafapnoe . Dabei handelt es sich um Atemaussetzer, die zusammen mit Schnarchen auftritt. Dabei sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut immer weiter ab, bis das Gehirn eine lebensrettende Weckreaktion auslöst. Der Schlafende ringt mit einem lauten, explosionsartigen Schnarcher nach Luft - und der Organismus wird nachhaltig gestresst.
Das Schlaf-Apnoe-Syndrom gilt als eine der häufigsten Schlafkrankheiten weltweit. Ursache sind meist verengte Atemwege (entweder durch Veranlagung oder Übergewicht), wodurch die Rachenmuskulatur im Schlaf erschlafft. Um dieses Krankheitsbild wirksam zu behandeln, empfiehlt sich eine Atemtherapie mit Sauerstoffmaske. Diese verhindert Atemaussetzer. Allerdings braucht es seine Zeit, bis sich die Betroffenen an das Tragen einer solchen Maske gewöhnt haben.
Unbehandelt können Schlafstörungen vor allem im Straßenverkehr tödliche Folgen haben. Der Sekundenschlaf droht - und mit ihm ein Autounfall. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass ein Viertel aller Verkehrsunfälle auf diesen "Mikroschlaf" zurückzuführen ist.
Der Körper sendet normalerweise deutliche Warnungen aus, bevor es zum Sekundenschlaf kommt: ein starkes Müdigkeitsgefühl, schwere Augenlider, Kopfschmerzen, Gähnen und Frösteln. Treten diese Symptome auf, helfen auch verstärkte Sauerstoffzufuhr (durch Fenster öffnen), Koffein und laute Musik kaum weiter. Eine Pause oder - wenn möglich - ein Fahrerwechsel sind dann in erster Linie angeraten.