Viele Frauen kaufen ihre Schuhe nach folgendem Motto: "Wer schön sein will, muss leiden". Doch das hat dauerhafte Konsequenzen, über die viele junge Frauen noch gar nicht nachdenken wollen. Nun ist bei den Frauen ja eher das Problem, dass sie bewusst zu enge Schuhe kaufen, bei Kleinkindern ist das ganz anders.
Eltern wollen den richtigen Schuh finden, aber das ist gar nicht so einfach. Gerade der Kinderfuß ist sehr empfindlich, besteht noch aus Knorpel und ist damit sehr formbar, sodass ein falscher Schuh verheerende Folgen haben kann. Ähnliches gilt für Frauen.
Die modernen Schuhtrends setzen auf High Heels: Hauptsache hoch und schmal. Doch auch hier sind die Folgen unausweichlich. Pierre Koppetsch von der Orthopädischen Werkstatt der Uniklinik Düsseldorf gibt Tipps für die richtigen Frauen- und Kinderschuhe.

Mittlerweile gibt es einen Fußscanner, der ein Abbild des Fußes machen kann. Eigentlich hat er den Zweck passende Einlagen zu finden. Stellt man den Schuh auf den Fußabdruck, kann man allerdings auch gut erkennen, ob der Schuh von Form und Länge zum Fuß passt oder nicht.
Wenn die Form des Schuhs nicht der tatsächlichen Größe des Fußes entspricht, kann dies schlimme gesundheitliche Konsequenzen haben. Wenn Frauen langfristig sehr hohe und enge Schuhe tragen, entstehen gesundheitliche Schäden. Die prominentesten Beispiele sind Halux Valgus und Spreiz-Senk-Fuß.
Halux Valgus: beschreibt die Schiefstellung der Großzehe im Grundgelenk. Am dadurch hervortretenden Großzehenballen bilden sich häufig schmerzhafte Entzündungen.
Spreiz-Senk-Fuß: Der gesunde Fuß hat ein Längsgewölbe, das sich an der Innenseite des Fußes sichtbar erhebt und ein Quergewölbe, das sich unter den Mittelfußknochen ausspannt. Durch diese Gewölbe werden die Belastungen des Fußes gegen den Untergrund gedämpft und abgefedert. Wenn sich das Längsgewölbe abflacht, spricht man von einem Senkfuß - bei der Abflachung des Quergewölbes von einem Spreizfuß. Sind beide Gewölbe betroffen so liegt ein Senk-Spreizfuß vor.
Durch zu enge Schuhe zwängen Sie ihre Füße in eine völlig falsche Form. Schuhe sollen passen und genügend Platz bieten. Heutzutage gibt es sehr moderne Varianten von Bequemschuhen, die nicht mehr altmodisch aussehen und auch für junge Frauen sehr gut zu tragen sind.
Wenn schon Fußprobleme da sind, bieten sich Einlagen an, die individuell an den Fuß angepasst werden. "Die Einlagen können auch in normalen Schuhen getragen werden, weil sie sehr dünn sind", erklärt Orthopädie-Techniker Pierre Koppetsch.

Beim Kinderschuhkauf muss auf die Länge und die Breite geachtet werden. Weil die Herstellerangaben oft ungenau sind und die Angaben auf dem Schuh nicht der Innenlänge des Schuhs entprechen, bietet es sich an, die Sohle heraus zu nehmen und den Kinderfuß darauf zu stellen. Das Hereinwachsen des Fußes in einen zu großen Schuh ist keine gute Idee, da der Kinderfuß in diesem Schuh keinen Halt findet und die Gefahr besteht umzuknicken.
Doch nicht nur Länge und Breite sind entscheidend, auch die Beschaffenheit der Sohle ist wichtig. Die Sohle darf nicht zu hart sein und muss sich knicken lassen, damit der Kinderfuß richtig abrollen kann. Allerdings muss sich die Sohle an der richtigen Stelle knicken, nämlich am Abrollpunkt vorne und nicht in der Mitte des Schuhs. Eltern können dies selbst ausprobieren, indem sie den Schuh in die Hand nehmen und biegen. Beim Material sollte darauf geachtet werden, dass es atmungsaktiv ist.

Der Kinderfuß sollte zwischendurch immer wieder gemessen werden, um festzustellen, ob der aktuelle Schuh noch passt, denn Wachstumsschübe richten sich nicht nach der Saison. Da kann es auch passieren, dass am Ende des Winters doch nochmal für die letzten kalten Wochen ein neuer Winterschuh her muss.
Gebrauchte Schuhe sollten nur gekauft werden, wenn sie keine starken Gebrauchsspuren aufweisen und für einen kurzen Zeitraum getragen wurden. Wenn ein Schuh bereits richtig eingelaufen wurde, empfiehlt es sich den Schuh nicht mehr zu erwerben, da jeder Fuß individuell unterschiedlich ist.