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10. Februar 2012
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Hände in schwarzen Lederhandschuhen vor einer Computertastatur. Quelle: imago
Ist Ihr Rechner vor Angriffen geschützt?

Sicher ins Internet

WLAN verschlüsseln, an Hotspots vorsichtig sein

Viele denken, sie seien sicher im Internet unterwegs, nur weil sie dubiose Seiten vermeiden oder nichts herunterladen. Weit gefehlt! Wer ungeschützt drahtlos surft, kann ausspioniert werden. Nicht nur Viren können so auf Ihrem Rechner landen, auch Datendiebe können Passwörter knacken und so an Ihre Daten und Ihr Geld gelangen.

 
 
 
 

Ob in den eigenen vier Wänden oder unterwegs - ohne Kabel im Internet zu surfen ist praktisch, denn der Nutzer ist dadurch besonders mobil. Immer häufiger gehen die Menschen deshalb drahtlos ins Netz, sei es über einen Hotspot im Café oder über eine WLAN-Verbindung zu Hause. Die Daten werden dabei per Funksignal übertragen. Bleiben sie jedoch unverschlüsselt, können persönliche Informationen wie Passwörter, Kreditkarteninformationen, Fotos oder Bewerbungsunterlagen leicht von Hackern ausgespäht werden.

 

Sind diese Daten erst einmal in fremden Händen, können Betrüger damit hohen Schaden anrichten. "Jeder, der einen Rechner hat, kann ausspioniert werden, wenn er sich nicht entsprechend schützt", sagt Markus Linnemann, Geschäftsführer des Instituts für Internet-Sicherheit an der Fachhochschule Gelsenkirchen. "Das ist wie im realen Leben, da muss man auch das Haus abschließen und schnallt sich beim Autofahren an." Online-Banking, Online-Shopping, Online-Dating: Gerade weil sich in der virtuellen Welt inzwischen das reale Leben widerspiegelt, sollte man seine persönlichen Daten und Werte vor Missbrauch schützen.

Computerbildschirm mit Fotos. Quelle: imago/Bernhard Classen
imago/Bernhard Classen
Wer sich Zugang verschafft hat, kommt an alle Daten.

Zu Hause sicher verschlüsselt

Es ist besonders wichtig, den Zugang zu Ihrem häuslichen WLAN-Netzwerk mit einem Passwort zu verschlüsseln. Es gibt die drei Verschlüsselungsmethoden WEP, WAP und WAP2, wobei WAP2 die sicherste Methode ist. "In Ausnahmen, beispielsweise bei alten Geräten, die nicht auf WAP2 eingestellt werden können, können Sie momentan noch WAP nutzen. WEP ist in wenigen Minuten zu knacken und damit nicht sicher. Es sollte nicht mehr verwendet werden", sagt Linnemann.

 

Folgen Sie zum Verschlüsseln den Anweisungen auf der mitgelieferten Software Ihres Routers oder Internetanbieters. Bei aktuellen Router-Modellen ist meist eine gute Anleitung beigelegt, mit der die notwendigen Einstellungen leicht nachzuvollziehen sind. Das Passwort sollte mindestens aus zehn Zeichen bestehen und auf keinen Fall leicht zu erschließen sein. "Nehmen Sie zum Beispiel einen Kinderreim mit großen und kleinen Anfangsbuchstaben und ersetzen ein 'E' durch eine '3' oder ein 'B' durch eine '8' und dahinter noch ein Ausrufezeichen, dann ist das ein gutes Passwort", empfiehlt der Experte.

 

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Daten schützen

Einen verschlüsselten Zugang können nur noch Personen nutzen, die das Passwort kennen. Teilen Sie es nur Personen mit, die Sie kennen und denen Sie vertrauen. Wechseln Sie das WLAN-Passwort regelmäßig und verwenden Sie es nicht für andere Zwecke. Speichern Sie auf Ihrem Rechner nie Passwörter oder vertrauliche Daten wie Konto- oder Kreditkartennummern!

 
Virus Scan-Zeichen. Quelle: imago
imago
Die Anti-Viren-Software sollte immer aktuell sein.

Sicherheitssoftware installieren

Wer ins Internet geht, verbindet seinen Rechner quasi mit mehreren Millionen Rechnern weltweit. Dass es da immer wieder zu Angriffen kommen kann, ist also nicht weiter verwunderlich. Umso wichtiger ist es neben dem WLAN, also dem Internet-Zugriffspunkt, auch den Rechner abzusichern. Zum Basisschutz des Rechners gehört neben einer Anti-Viren-Software auch eine Desktop-Firewall. Es ist empfehlenswert, direkt ein komplettes Sicherheitssystem zu kaufen. Wichtig ist, das System immer zu aktualisieren und auch die Anti-Viren-Software per Updates immer auf dem neusten Stand zu halten.

 

Auch das eigene Surfverhalten trägt einen Großteil zur Sicherheit bei: Lassen Sie sich nicht von Spam-Mails, Werbebannern oder Gewinnversprechen zum Klicken verleiten! Nicht selten stecken dahinter Schadprogramme, die sich über Sicherheitslücken im Browser auf Ihrem System installieren. Bedenken Sie: Auf der Straße verschenkt niemand einfach so 1000 Euro, auch nicht im Internet!

 

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Anschluss wird missbraucht

Hacker können ein ungeschütztes WLAN-Netz unbemerkt mitbenutzen und so finanziellen oder persönlichen Schaden anrichten. Illegale Downloads zum Beispiel könnten so unbemerkt von Ihrem Anschluss aus getätigt werden - und das ist strafbar. Zunächst wird immer der Anschlussinhaber zur Verantwortung gezogen, denn er ist mit der IP-Adresse eindeutig identifizierbar. Im Ernstfall drohen dann Schadenersatzforderungen.

 
Wireless Lan Piktogramm. Quelle: imago
imago
Besondere Datensensibilität gilt an Hotspots.

Vorsicht am Hotspot

Wer sich unterwegs per Smartphone, Tablet-PC oder Notebook in ein WLAN-Netzwerk einloggt, etwa über einen Hotspot am Flughafen, im Hotel oder im Café, kann über manipulierte WLAN-Verbindungen unbemerkt ausspioniert werden. Mehr als ein spezielles Programm ist dafür nicht nötig. Dieses ist legal aus dem Netz zu beziehen und dient eigentlich dazu, Schwachstellen in Firmennetzwerken aufzudecken. Doch mit ein wenig Sachverstand könne man es einfach zweckentfremden und die Daten von Usern abgreifen, die über ein WLAN-Netzwerk surfen, so Oliver M. Achten, Projektleiter Mobile Security und Cloud Computing vom Institut für Internet-Sicherheit.

 

Er mahnt daher zur Vorsicht im öffentlichen Raum und rät allen Hotspot-Nutzern, ihr Surfverhalten anzupassen: auf Online-Banking verzichten, möglichst nicht einkaufen und nur E-Mails schreiben, die unbedingt notwendig sind. "Finger weg von öffentlichen WLAN-Verbindungen, bei denen der Anbieter nicht ersichtlich ist!", so der Experte. Er empfiehlt, seinen Datenverkehr per VPN-Protokoll abzusichern. Dabei werden sämtliche empfangene und gesendete Datenpakete durch ein Netzwerk im Netzwerk "getunnelt". Fremden ist es so nicht mehr möglich, den Datenverkehr mitzulesen.

 
 
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