Im Herbst beginnt das große Aufräumen im Garten: Hecken, Sträucher und Bäume werden mit neuem Schnitt für die nächste Saison in Form gebracht. Während heimische Pflanzen recht widerstandsfähig sind, machen anderen kalte Nächte schon zu schaffen. Pflanzenexperte Elmar Mai verrät, wie Sie Ihren Garten winterfest machen.
Kübelpflanzen sollten so lange wie möglich im Freien stehen bleiben. Das macht sie widerstandsfähig und reduziert den Schädlingsbefall. Robuste Arten wie Zwergpalme, Oleander, Olive und Feige können fast bis null Grad draußen bleiben. Andere wie der Hibiskus sollten stets bei über zehn Grad warm stehen. Eine Bougainvilla bekommt - wie andere Tropenpflanzen - sogar schon bei zwölf bis dreizehn Grad Probleme.

Kübelpflanzen dürfen nie zu nass stehen, weil der gewässerte Topfballen zu Wurzelfäulnis führen kann. Je weniger man schneidet, umso besser. Um Platz zu sparen, können Sie die Pflanzen vor dem Einräumen aber leicht zurückschneiden und ein Drittel des im Sommer entwickelten Triebes einkürzen. Der eigentliche Rückschnitt erfolgt bei den meisten Pflanzen erst im Frühjahr.
Pflanzen, die draußen überwintern, müssen vor Sonne und Wind geschützt werden, damit sie durch diese äußeren Einflüsse nicht austrocknen. An einem sonnigen Wintertag mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, können Blätter durch die Sonneneinstrahlung Wasser verdunsten, ohne dass die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden Wasser nachliefern.
Die meisten Pflanzen in Kübeln erfrieren nicht, sondern sie vertrocknen: Also auch bei Frost im Winter das Wässern nicht vergessen. Dies gilt vor allem für immergrüne Arten wie Buchsbaum oder Rhododendron.
Am besten ist ein Sonnenschutz aus einer Strohmatte und eine dicke Mulchdecke aus Laub, die durch Koniferenzweige zusätzlich geschützt wird. Der Wurzelballen kann mit Laub, Styroporschnitzeln und einer unterlegten Styropor- oder Holzplatte vor schnellem Einfrieren geschützt werden. Keinesfalls Plastikfolien verwenden: Darunter bildet sich Schwitzwasser, was Pilzkrankheiten fördert. Besser eignen sich Materialien, die robust und zugleich luftdurchlässig sind, wie zum Beispiel Sackleinen.
Je nach Anforderung der Pflanze bieten sich als Winterquartiere Gartenhäuser, unbeheizte Wintergärten, Garagen und Treppenhäuser mit Temperaturen bis zehn Grad an. Tropische Pflanzen lieben es auch wärmer. Je dunkler und kühler die neuen Räumlichkeiten sind, umso trockener sollten die Pflanzen gehalten werden. Sie verdunsten dann weniger und stellen je nach Temperatur ihr Wachstum ein. Zu geringe Luftfeuchtigkeit kann allerdings zu braunen Blattspitzen führen.

Schädlinge wie Schnecken, Blattläuse oder weiße Fliege müssen weiterhin bekämpft werden. Ebenso drohen Pilzerkrankungen durch verwelkte Blätter oder abgestorbenes Holz. Entfernen Sie daher alle Blätter und Zweige, die lose auf der Topferde liegen. Grundsätzlich gilt: Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig auf Auffälligkeiten, und lassen Sie sie nicht zu stark austrocknen. Wühlmäuse richten speziell im Winter große Schäden an, weil frische Wurzeln fehlen und alte nicht so schnell nachwachsen können, wenn sie abgefressen werden. Also am besten jetzt Fallen eingraben. Giftköder sind hingegen problematisch für Katzen.
Auf Dünger sollten Sie im Winter verzichten. Einzige Ausnahme sind Pflanzen an warmen Standorten.
Bei allen Baumarten können vor dem Winter überschüssige Triebe entfernt werden. Wer mehr wegschneiden will, um beispielsweise die Form zu verändern, sollte sich vorher bei Baumschulen oder Gärtnereien informieren. Denn für die verschiedenen Baumsorten gelten unterschiedliche Regeln.
Sträucher und Rosen sollte man erst im Frühjahr stutzen, um Frostschäden zu vermeiden. Entfernen Sie nur kranke Blätter, wenn sie beispielsweise an Rosenrost leiden. Damit die Krankheit nicht weiter verbreitet wird, gehören die Blätter nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll. Auch Stauden müssen jetzt noch nicht zurückgeschnitten werden. In den vertrockneten Stängeln finden nützliche Insekten einen Platz zum Überwintern. Die luftgefüllten Stängel bilden außerdem ein natürliches Wärmepolster.

Die Überwinterung einer Rasenfläche wird primär von zwei Faktoren beeinflusst: der Witterung und dem allgemeinen Pflegezustand des Rasens. Die Witterung ist ausschlaggebend für den letzten Mähtermin, der manchmal sehr spät liegen kann. Außerdem strapaziert die Witterung den Rasen durch eine lange Schneedecke oder kalte, trockene Winde. Am besten übersteht der Rasen den Winterstress, indem er durch eine regelmäßige Pflege kräftig und widerstandsfähig wird.
Vor dem Wintereinbruch sollten Sie die Grünfläche gründlich von Schnittgut und Laub befreien. Beides würde die Graspflanzen bedecken und bei der hohen Feuchtigkeit zu Fäulnis führen. Für die Überwinterung sollten die Gräser eine Schnitthöhe von etwa fünf Zentimetern haben. Unmittelbar vor einem bevorstehenden Frost sollten Sie nicht mehr Mähen. Im Winter ist es ratsam, den Rasen möglichst wenig zu betreten. Denn jeder Schritt auf gefrorenem Gras zerstört die Rasenpflanzen.
Laub ist eigentlich viel zu wertvoll, als dass es in die Tonne oder auf den Kompost wandert. Man sollte es einsammeln, aber vorher kontrollieren. Sind nämlich Schädlinge vorhanden (bei Kastanien- oder Platanenblättern an den Fraßminen erkennbar), sollten die Blätter unbedingt entsorgt werden, sonst vermehrt man den Schädling ungewollt.
Aber gesunde Blätter sollte man entweder häckseln, wenn sie sehr groß sind, oder unzerkleinert um Baumscheiben, unter Sträucher oder um Stauden verteilen und mit ein paar Fichtenzweigen stabilisieren. Das fördert das Bodenklima. Abgeerntete Gemüsebeete jetzt ebenfalls mit Mulch abdecken, denn nackter Boden zieht Unkräuter magisch an und ist bei Frost für die Bodenlebewesen nicht förderlich. Mulch (wie halbreifer Kompost) ist hingegen Medizin für Böden.