Hauptnavigation:

Sie sind hier:

21. November 2009
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Gallensteine. Quelle: ZDF
Gallensteine sorgen für Schmerzen im Oberbauch.

Der Stein in der Gallenblase

Bauchschmerzen und Fieber als erste Anzeichen

Um fetthaltiges Essen besser verdauen zu können, greift der menschliche Körper auf von der Gallenblase hergestellte Flüssigkeit zurück. Unter bestimmten Umständen können in der Blase allerdings Steine entstehen, die zu einer Entzündung des Organs führen. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird zunächst mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt, oftmals aber die Gallenblase auch komplett entfernt.

 
 
 
 

Die Gallenblase ist ein etwa acht bis zwölf Zentimeter langes, birnenförmiges Hohlorgan. An ihrem spitzen Ende befindet sich ein kleiner Gang (Ductus cysticus), der wiederum in einen größeren Gang (Ductus choledochus) mündet. Der Ductus choledochus kommt aus der Leber und bringt von dort die Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm. Dort wird die Gallenflüssigkeit zur Verdauung benötigt.

 
Computeranimation Steine in der Gallenblase. Quelle: ZDF
ZDF
Die Steine in der Gallenblase können sich an verschiedenen Stellen ablagern.
 

Der Gallensaft setzt sich aus unterschiedlichen Stoffen zusammen. Normalerweise stehen die Konzentrationen dieser Stoffe in einem ausgewogenen Verhältnis, sodass der Gallensaft flüssig bleibt. Ändern sich die Konzentrationsverhältnisse, beispielsweise auf Grund von Erkrankungen, Fehlernährung oder in Folge bestimmter Darmoperationen, kann es zur Entwicklung von Gallensteinen kommen.

 

Infobox

Vorbeugung möglich?

Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Ballaststoffreiche, fettarme Ernährung und die Vermeidung oder Reduzierung von Übergewicht können jedoch die Gefahr für Gallensteine verringern.

 

Von Sandkorn bis Wallnuss

Eine Entzündung der Gallenblase wird in den meisten Fällen durch Gallensteine hervorgerufen. Nur sehr selten entsteht sie nach Operationen oder durch Infektionen. Häufig bilden sich Steine, die vor allem aus Cholesterin bestehen. In Deutschland leiden etwa 30 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer über 40 Jahren an Gallensteinen.

 

Die Steine können unterschiedliche Größen annehmen. Manche sind klein wie Sandkörner, andere werden größer als eine Walnuss. Außerdem können sie einzeln oder zahlreich auftreten. 90 Prozent der Steine lagern sich in der Gallenblase ab, die restlichen zehn Prozent in den engen Gallengängen.

Ultraschalluntersuchung Gallenblase. Quelle: ZDF
ZDF
Per Ultraschall können Gallensteine sichtbar werden.

Per Ultraschall erkennbar

Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen machen sich Gallensteine ein Leben lang nicht bemerkbar. Bei allen anderen aber kommt es früher oder später einmal oder mehrmals zu einer akuten Entzündung. Sie äußert sich durch typische Beschwerden wie Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Die Schmerzen strahlen häufig in den Rücken aus.

Ist die Gallenblase entzündet, finden sich im Blut meist klassische Zeichen einer Entzündungsreaktion wie eine Erhöhung der weißen Blutkörperchen. Etwa 95 Prozent aller Gallensteine lassen sich im Ultraschall erkennen. Sitzen die Steine im Gallengang, kann auch eine Röntgenkontrastmitteluntersuchung notwendig werden, um sie aufzuspüren.

 

Infobox

Mögliche Komplikationen

In schweren Fällen drohen Gelbsucht oder Leberschäden. Bricht das Organ aufgrund der Entzündung durch, besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung.

 

Weg mit der Gallenblase

Bei einer leichten Entzündung der Gallenblase kann eine Behandlung der Symptome mit Schmerzmitteln und fiebersenkenden Mitteln ausreichen. Allerdings wird heutzutage die Entfernung der Gallenblase empfohlen, wenn Steine für die akute Entzündung verantwortlich sind.

Zum einen führen Gallensteine durch mechanische Reizung zu einer chronischen Entzündung der Gallenblasenwand. Zum anderen ist es auch nicht sinnvoll, die Steine mit Medikamenten oder durch eine Zertrümmerung zu beseitigen. Denn das Risiko ist hoch, dass sich erneut Steine bilden, weil diese Behandlung nichts an der krankhaft veränderten Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit ändert. Daher ist heute die Operation das Mittel der Wahl.

Kleiner Eingriff, große Wirkung

Das Organ wird dabei in der Regel wenn möglich per Bauchspiegelung, also minimal-invasiv, entfernt. Die kleinen Schnitte heilen schnell und die Betroffenen sind rasch wieder auf den Beinen. Das Entfernen des Organs hat für den Patienten keine gesundheitlichen Folgen. Nach der Operation sind keine besonderen Einschränkungen in der Ernährung notwendig.