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10. Februar 2012
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Typisierung durch Speichelprobe mit Wattestäbchen. Quelle: ap
Zur Typisierung reicht eine Speichelprobe.

Genetischer Zwilling gesucht!

Knochenmarkspende als letzte Hoffnung für Leukämiekranke

Viele Menschen, die an Leukämie erkranken, sind für ihr Überleben auf eine Knochenmarkspende angewiesen. Doch den passenden Spender zu finden, ist äußerst schwierig. Deswegen rufen immer wieder Betroffene und Organisationen zur Typisierung auf. Die ist mittlerweile ganz einfach vorzunehmen - und kann unter Umständen Leben retten.

 
 
 

EXTERNE LINKS

Mit rund 2,5 Millionen registrierten Spendern ist die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) die weltweit größte Stammzellspenderdatei. Dank ihrer Arbeit konnten in den letzten 19 Jahren mehr als 25.000 Menschen eine Stammzelltransplantation ermöglicht erhalten.

Infobox

Finanzierung der DKMS

Die gemeinnützige Gesellschaft finanziert sich durch Kostenerstattungen der Krankenkassen für die Pflege der Datei, die Durchführung von weiterführenden Typisierungen bei der Suche für einen konkreten Patienten und die Organisation von Stammzellentnahmen. Um neue Spender in die Datei aufnehmen zu können, ist die DKMS allerdings auf Geldspenden angewiesen.

Offizielle Homepage der DKMS(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)

Auf den Internetseiten berichtet die Deutsche Knochenmarkspender-Datei in regelmäßigen Abständen über neue Aktionen, gelungene Typisierungs-Aktionen und darüber, wie viele Menschen sich neu haben typisieren lassen.

Wattestäbchen reicht

Zur Typisierung können dem Spender entweder etwa fünf Milliliter Blut abgenommen werden - oder mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe aus der Mundschleimhaut. Die kann er sogar selbst vornehmen und per Post verschicken - das erspart den Gang zum Arzt oder der nächsten Typisierungsaktion. Nach der Typisierung wird man in eine Spenderkartei aufgenommen. Wird man als passender Spender für einen an Leukämie Erkrankten oder einen Patienten mit einem Tumor des Lymphgewebes ausgewählt, kann man die Spende immer noch ablehnen. Ist man zur Spende bereit, wird erneut Blut abgenommen und es auf übertragbare Krankheiten untersucht.

 

Trotz Vereinfachung des Vorgangs kostet eine Typisierung weiterhin jeweils 50 Euro. Diese Summe ergibt sich aus der anschließend notwendigen Laborarbeit, bei welcher die Gewebemerkmale bestimmt werden. So ist der Arbeitsaufwand bei beiden Methoden identisch, egal ob man sich über eine Blutentnahme oder über Wangenabstriche registrieren lässt.

 

Übertragung der Stammzellen

Zur Übertragung der Stammzellen gibt es zwei Möglichkeiten - der Spender kann bis auf einige medizinische Ausnahmen selbst entscheiden, welche er will. Bei der peripheren Blutstammzellenentnahme, die in etwa 70 Prozent aller Fälle durchgeführt wird, spritzt der Hausarzt über einen Zeitraum von wenigen Tagen einen hormonähnlichen Wachstumsstoff unter die Haut des Spenders. Dieser bewirkt, dass Stammzellen, die überwiegend im Knochenmark vorkommen, ins fließende Blut ausgeschwemmt und dann entnommen werden können.

 

Danach wird der Spender, ähnlich wie bei einer Dialyse (Blutwäsche), an eine Art Blutfilter-Maschine angeschlossen: Durch eine Kanüle in einem Arm fließt das Blut in den Filter. Dort werden die Blutstammzellen herausgefiltert. Dann wird das gereinigte Blut durch eine Kanüle in dem anderen Arm wieder in den Körper des Spenders geleitet.

 

Entnahme von Knochenmark

Die zweite Methode ist die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenknochen und nicht, wie häufig angenommen, aus dem Rückenmark. Das geschieht unter Vollnarkose. Nach der Entnahme fühlt sich der Spender in der Regel etwas schwach und hat leichte Schmerzen an der Punktionsstelle. Sein Knochenmark wird sich allerdings innerhalb weniger Wochen vollständig regenerieren.

 

Risiken bestehen für den Spender hinsichtlich möglicher Infektionen an der Einstichstelle und das allgemeine Narkoserisiko. Die Knochenmarkentnahme wird bei nicht-bösartigen Erkrankungen vorgenommen oder wenn der Empfänger ein Kind ist.

Stammzellen unter dem Mikroskop. Quelle: ZDF
ZDF
Stammzellen können sich in verschiedenste Zellen entwickeln.

Bedingungen für eine Transplantation

Knochenmark spenden kann jeder Mensch, der gesund und volljährig ist. Die Voraussetzung für das Gelingen einer Knochenmarktransplantation ist eine weitestgehende Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Empfänger. In den meisten Fällen muss ein fremder Spender gesucht werden, da das Knochenmark von Familienmitgliedern nur selten geeignet ist. Das Knochenmark von Geschwistern passt nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent.

Eine Blutstammzell-Transplantation ist bei aggressiven Formen von Leukämien und Lymphome, bei denen im Knochenmark veränderte weiße Blutkörperchen gebildet werden, meist die einzige Möglichkeit für eine Heilung. Zur Übertragung der gespendeten Blutstammzellen werden zunächst alle entarteten Blutzellen des Erkrankten mit Hilfe einer hochdosierten Chemotherapie vernichtet. Dabei werden allerdings auch alle anderen blutbildenden Zellen zerstört.

 

Gespendete Zellen vermehren sich

Die gesunden Spenderstammzellen werden dem Patienten per Infusion verabreicht. Dabei verteilen sich die Stammzellen mit dem Blutstrom in alle Knochengewebe. Dort siedeln sie sich an und beginnen sich zu vermehren. Zwei bis drei Wochen nach der Transplantation werden dann wieder normale, gesunde Blutzellen gebildet. Der Patient übernimmt bei dem Vorgang sogar die Blutgruppe des Spenders.

 
 
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