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09. Februar 2012
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Mund und Nase. Quelle: ZDF
Unangehm für Betroffene und Mitmenschen: Mundgeruch

Übel riechender Atem

In den meisten Fällen sitzt die Ursache
im Mund selbst

Mundgeruch ist ein Tabuthema, obwohl fast jeder vierte Deutsche darunter leidet. In den meisten Fällen lässt sich schlechter Atem aber mit professioneller Hilfe in den Griff bekommen.

 
 
 
 

Viele der Betroffenen wissen nichts von ihrem Leiden. Sie nehmen ihren eigenen Atem nicht wahr, und die Wenigsten werden von ihren Mitmenschen auf den unangenehmen Geruch aufmerksam gemacht. Doch schlecht riechender Atem, medizinisch Halitosis, kann zu einer psychischen Belastung führen, da die zwischenmenschlichen Beziehungen darunter leiden können.

Computeranimation Speisereste im Mund. Quelle: ZDF
ZDF
Bei der Zersetzung von Speiseresten entstehen Gerüche.

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Ursachen

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, Mundgeruch basiere auf einem Magenleiden, liegt die Ursache zu 85 bis 90 Prozent im Mund- und Rachenbereich. In den meisten Fällen ist Halitose auf einen bakteriellen Befall zurückführen. In wenigen Fällen können Paradontitis, Entzündungen der Mundschleimhaut, in den Nasennebenhöhlen, Infektionen im Nasen-Rachenraum, Erkrankungen der Lunge, Luftröhre, Leber, Niere, des Kehlkopfs und Magens die Ursache sein.

Zersetzung von Nahrungsresten

Im Mund leben rund 300 verschiedene Bakterienarten. Für die unangenehme Geruchsbildung sind rund 80 Arten verantwortlich, die Eiweiße aus Nahrung und Speichel zersetzen. Bei dem Zersetzungsprozess entstehen flüchtige Schwefelverbindungen, die nach Verwesung und Fäulnis riechen.

 
Raucher. Quelle: dpa
dpa
Durch Rauchen trocknet der Mund aus.

Dieser Vorgang führt nicht zwangsläufig zu Mundgeruch: Ein ständiger Speichelfluss sorgt bei einer intakten Mundflora dafür, dass die Bakterien weggespült werden. Doch wenn der Mund zum Beispiel durch eine Erkältung, Fasten, langes Reden, Stress, bestimmte Medikamente, Rauchen oder Alkoholkonsum austrocknet, können sich Bakterien im Mund festsetzen und so den Mundgeruch verursachen.

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Tummelplätze für Bakterien

Schlecht zu erreichen von Speichelfluss und Zahnbürste sind Bakterien, die sich in Zahnzwischenräumen, Zahnfleischtaschen, Kronen und Brücken, in kariösen Zähnen oder auf der Oberfläche der Zunge befinden. Die Zunge ist ein besonders "beliebter" Nistplatz für Bakterien, da die tiefen Furchen ihnen ein optimales Versteck bieten. Mit der Zeit bildet sich ein Bakterienteppich, dem dann der schlechte Geruch entströmt.

Zahnärztin und Helferin. Quelle: ap
ap
Ursachenforschung: Der erste Gang führt zum Zahnarzt.

Atem-Messung

Zunächst befragt der Zahnarzt den Patienten ausführlich - zum Verlauf der Symptomatik, zu bestehenden Vorerkrankungen und begleitenden Beschwerden. Anschließend untersucht er die Zähne, das Zahnfleisch und die Mundschleimhaut nach möglichen Ursachen für Halitosis.

Bei der so genannten organoleptischen Untersuchung riecht der Arzt zunächst selbst am Atem des Betroffenen. Ein süßlicher Geruch etwa weist auf Diabetes als Ursache hin, Uringeruch auf ein Nierenleiden. Mit Hilfe eines speziellen Messgerätes misst der Zahnarzt die Summe aller Schwefelwasserstoffgase aus der Mundhöhle und des Rachenraums des Betroffenen. Ein Wert über 80 ppb (parts per billion) geht über das herkömmliche Maß hinaus und verweist auf starken Mundgeruch.

 
Zahnseide. Quelle: ZDF
ZDF
Zahnseide rückt Speiseresten auf den Leib.

Zahnseide und Zungenbürste

Eine Speichelflussuntersuchung gibt Aufschluss über die Speichelmenge. Hat der Betroffene einen geringen Speichelfluss, kann dies schon der Auslöser für Mundgeruch sein. Ist die Ursache nicht im Mund- oder Rachenraum zu finden, sollte der Patient einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen oder sich einer internistischen Untersuchung unterziehen. Denn es könnte sein, dass sein Stoffwechsel gestört ist, der Verdauungstrakt oder innere Organe erkrankt sind.

 

Ist die Ursache auf einen bakteriellen Befall des Zungenrückens zurückzuführen, empfehlen Zahnärzte, die Zunge täglich mit einer speziellen Bürste zu reinigen. Bakterien in den Zahnzwischenräumen kann jeder mit einer Interdentalbürste oder mit Zahnseide effektiv entfernen. Basiert die Halitosis auf einer Paradontitis oder einer beschädigten Krone, ist eine zahnärztliche Behandlung nötig.

 
 
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