Rüpelhaftes Fahrverhalten, lange Umwege, ungepflegte Wagen: Das Fahren mit dem Taxi kann manchmal Nerven kosten. Der aktuelle ADAC-Taxi-Test zeigt erneut, dass die Qualität einer Fahrt vor allem vom Fahrer abhängt, und davon, in welcher Stadt das Taxi bestellt wird.
Zum zweiten Mal legte der ADAC in diesem Jahr einen Taxi-Test auf. In zwölf deutschen Städten bewerteten professionelle Testkunden im Auftrag des Automobilclubs die Qualität von insgesamt 240 Fahrten.
Unter den mehr als 50 Prüfpunkten waren die Routentreue, die Transparenz der Tarife, die Sauberkeit der Fahrzeuge und die Freundlichkeit der Fahrer. In jeder der zwölf Städte waren männliche und weibliche Tester auf fünf typischen und vergleichbaren Routen unterwegs - von der Kurzstrecke bis hin zu einer Fahrt von etwa zehn bis 15 Kilometern - unter der Woche sowohl tagsüber als auch nachts.

Mit dem Gesamturteil "gut" belegt Potsdam den ersten Platz: Hier waren alle Fahrzeuge ohne äußerliche Schäden und bis auf eine Ausnahme auch innen gepflegt und sauber. Drei Viertel aller Fahrer boten von sich aus Quittungen an; zwei Drittel waren beim Ausladen und die Hälfte beim Einladen des Gepäcks behilflich. Alle Fahrer gingen auf Fahrgast-Wünsche ein und alle Fahrten wurden gemäß Tarifordnung abgerechnet. Das Taxameter war immer ordnungsgemäß eingeschaltet.
Korrekt abgerechnet wurde auch bei allen Fahrten des Testverlierers Karlsruhe. Ungepflegte Fahrzeuge mit technischen Mängeln, schlecht sichtbare Fahrausweise, Tarifübersichten und Konzessionsnummern führten hier jedoch zu Abwertungen. Ausschlaggebend für den letzten Platz waren allerdings sieben erhebliche Abweichungen von der Standardroute. Bei zwei Fahrten wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich überschritten. In einem Fall konnte die Testerin den Fahrer nur mit Mühe wecken - vor einer Tagfahrt, wohlgemerkt. Ein anderer Karlsruher Fahrer führte während der gesamten Fahrt ein privates Telefonat.
1. Potsdam
2. Braunschweig
3. Augsburg
4. Essen
5. Chemnitz
6. Halle (Saale)
7. Rostock
8. Kiel
9. Bremen
10. Düsseldorf
11. Wiesbaden
12. Karlsruhe

Betrachtet man die 240 Einzelfahrten, so schnitten fünf mit "sehr gut" ab, 126 mit "gut" und 74 mit "ausreichend". 17 Fahrten bewerteten die Tester mit "mangelhaft", 18 gar mit "sehr mangelhaft". Die beste Einzelfahrt mit 94 Prozent aller erreichbaren Punkte erlebte eine Testerin nachts in Kiel, die schlechteste mit 21 Prozent ein Tester in Düsseldorf, ebenfalls auf einer Nachtfahrt. Dieses Ergebnis erklärt auch das Fazit des Tests: Ob die Taxifahrt gut oder schlecht ist, hängt vom Fahrer ab.
Nicht von ungefähr fordert der ADAC bundesweit einheitliche Standards für Taxiunternehmen: Alle Fahrer sollten mit einer vereinheitlichen Taxiordnung die gleichen rechtlichen Voraussetzungen und Pflichten haben. Zudem sollten die Tarifsysteme transparenter und möglichst einheitlich gestaltet werden. Zu mehr Kundenfreundlichkeit würde nach Meinung des Automobilclubs die grundsätzliche Zahlungsmöglichkeit per Kreditkarte ebenso beitragen wie regelmäßige Schulungen in Kundenservice und Hilfsbereitschaft. Zudem fordert der ADAC, die Fahrgäste mithilfe von Informationsblättern stärker über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären und die Taxis vor Ort regelmäßigen Kontrollen zu unterziehen.
So verschieden die Testfahrten hinsichtlich der Qualität waren, so unterschiedlich waren auch die Preise: Im Schnitt kostete eine Tagfahrt von vier Kilometern in Kiel 8,20 Euro, während beim Testverlierer Karlsruhe satte 11,90 Euro dafür verlangt wurden.