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19. März 2010
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Ultraschall-Untersuchung Leber. Quelle: ZDF
Per Ultraschall wird die Leber untersucht.

Schleichender
Verfall der Leber

Bei einer Leberzirrhose hilft oft
nur noch ein Spenderorgan

Leberzirrhose - wer von der Krankheit hört, denkt meist an jahrelangen Alkoholmissbrauch, an eine "Säuferleber", an ein "Trinker-Problem". Doch was viele nicht wissen: Auch eine Virusinfektion wie eine Hepatitis kann zu der folgenschweren "Schrumpfleber" führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

 
 
 
 

Jährlich sterben in Deutschland etwa 20.000 Menschen an den Folgen eines Leberversagens. Die häufigsten Ursachen sind überhöhter Alkoholkonsum, Hepatitiserkrankungen, Stoffwechselkrankheiten und Lebermetastasen, aber auch der Kontakt mit bestimmten Medikamenten und pflanzlichen Giften.

 

Leise Leiden

Wegen der zentralen Rolle im Stoffwechsel und im Kreislauf ist eine intakte Leber lebenswichtig. Sie filtert Schadstoffe und verhindert, dass diese in die Blutbahn gelangen. Das Tückische bei allen Lebererkrankungen: Sie verursachen zunächst keine spezifischen Symptome. Die Leber leidet stumm. Erste messbare Hinweise auf eine Hepatitis sind erhöhte Leberwerte.

 

Je nach Ursache und Grad der Schädigung kann eine Leber vollkommen funktionsuntüchtig werden. Schlimmstenfalls wandelt sie sich in narbiges Gewebe ohne jede Körperfunktion. Eine so genannte Leberzirrhose ist die Folge. Eine wirklich dauerhafte Besserung ergibt sich nur durch eine Transplantation. Bis ein geeignetes Organ gefunden ist, kann die Wartezeit durch eine regelmäßige Leberdialyse überbrückt werden.

 

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Diagnose-Hilfe

Mit der Bestimmung der Leber-Elastizität lässt sich das Ausmaß der Gewebeveränderung und damit auch die Schädigung des Organs feststellen. Dabei sendet ein Schallkopf eine Impuls-Welle durch die Leber: Je fester und vernarbter das Gewebe ist, desto schneller ist die Welle und umso höher der Messwert.

 
 

Leberzirrhose

Von der Leberzirrhose können Teilbereiche, aber auch die gesamte Leber betroffen sein. Man unterscheidet zwei Schweregrade: Die kompensierte Form mit noch ausreichender Leberfunktion, bei der nur ein Teil der Leberzellen zerstört ist und der Patient keine oder nur uncharakteristische Symptome spürt.
Bei der so genannten dekompensierten Form der Leberzirrhose ist die Leberfunktion bereits deutlich vermindert und die Leber ist nicht mehr in der Lage, das Blut von Stoffwechselgiften zu reinigen sowie lebenswichtige Eiweißstoffe, die zur Blutgerinnung benötigt werden, herzustellen.

Typische Symptome einer Leberzirrhose sind Gelbsucht, Blutungsneigung, Wasseransammlung im Bauch, eine nachlassende Hirnfunktion sowie ein schlechter Allgemeinzustand. Giftstoffe, die bei einem Leberversagen vermehrt auftreten, sind unter anderem Ammoniak, Gallensäuren, Bilirubin und Phenole. Die Ansammlung dieser Giftstoffe führt ohne Therapie im weiteren Verlauf der Erkrankung zum Koma, Nieren- sowie Multiorganversagen und damit letztendlich zum Tod.

 

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Vorsicht vor Leberkrebs

Da sich aus einer Zirrhose häufig Leberkrebs entwickeln kann, sollten Betroffene alle sechs Monate zur Ultraschalluntersuchung.

 
 

MARS-Verfahren

Zwar stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, jedoch lässt sich so bei vielen Patienten der Zustand nicht mehr stabilisieren. Als einzige lebensrettende Hilfe bleibt diesen Patienten nur noch eine Lebertransplantation. Allerdings stehen in Deutschland jährlich nur etwa 1000 Transplantationslebern etwa 20.000 durch Leberversagen hervorgerufenen Todesfällen gegenüber.

Die Wartezeit auf ein neues Organ kann mit verschiedenen Methoden überbrückt werden. So greifen Mediziner auf unterschiedliche Verfahren zurück, mit dem die bei einem Leberversagen anfallenden Giftstoffe aus dem Körper entzogen werden können. Ein besonders weit entwickeltes und häufig eingesetztes System ist das MARS-Verfahren: Molecular Adsorbant Recirculating System.

 

Reinigung des Blutes

Dabei wird das Blut außerhalb des Körpers geleitet und über eine spezielle Membran und durch verschiedene Filter gepumpt. Die Giftstoffe werden dem Blut während der sechs- bis achtstündigen Behandlung fast vollständig entzogen. Anschließend wird das gereinigte Blut wieder in den Körper zurück geleitet.

Die Prognose ist abhängig vom bereits erreichten Krankheitsstadium. Bei rechtzeitiger Behandlung kann mit der Leberdialyse die Zeit bis zur Transplantation überbrückt werden. In einigen Fällen kann im Anschluss aufgrund der Regenerationsfähigkeit der Leber sogar auf eine Transplantation verzichtet werden.

 

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Kostenübernahme

Die Kosten von etwa 4700 Euro pro Behandlung werden derzeit von den Kassen nur bei akutem lebensbedrohlichen Leberversagen durch eine Vergiftung sowie während eines stationären Krankenhausaufenthaltes im Rahmen einer Transplantation übernommen. Bei nicht lebensbedrohlichen Situationen müssen Patienten die Kosten in aller Regel selbst übernehmen. In Einzelfällen wird die Therapie von privaten Krankenkassen übernommen.