Mehrere tausend Euro im Monat nebenbei verdienen bei freier Zeiteinteilung: Was verlockend klingt, ist oft nichts weiter als eine Masche, um Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Hellhörig werden sollten Sie auf jeden Fall, wenn nur Postfachadressen genannt werden oder Sie in Vorleistung treten sollen.
Werden Informationen nur telefonisch oder per Faxabruf zur Verfügung gestellt, ist Vorsicht geboten. Fast schon ein Klassiker ist die teure 0900-Nummer, über die Jobangebote abgerufen werden können. Auf den Anrufer warten dann jedoch nur endlose Bandansagen oder weitere 0900-Nummern, unter denen man die Anbieter zurückrufen soll. Statt des neuen Jobs ist eine hohe Telefonrechnung garantiert.

Unseriöse Anbieter bitten einen bereits zur Kasse, bevor überhaupt ein Job vermittelt wurde. Meist wird eine Art Schutzgebühr verlangt, für die dann Listen von Unternehmen überlassen werden, die freie Stellen anbieten. Da es sich bei den meisten Unternehmen auf solchen Listen jedoch um Scheinfirmen handelt, beginnt das Spiel von vorn: Informationen über freie Stellen werden nur gegen eine weitere Schutzgebühr preisgegeben. Die Chance, tatsächlich einen Job zu ergattern, ist verschwindend gering.
Heimarbeit macht sich bezahlt - zumindest für die Betrüger. Betroffen sind vor allem Hausfrauen und Mütter, die sich durch Heimarbeit angeblich mehrere hundert Euro im Monat dazu verdienen können, und das sogar bei freier Zeiteinteilung. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Schreibarbeiten, die meist die Anschaffung eines speziellen Computers oder teuren Programms notwendig machen. Die in Aussicht gestellten Schreibaufträge bleiben aber meist aus. Auch das Schrauben von Kugelschreibern oder Basteln von Schmuck funktioniert auf ähnliche Weise: Sind Anleitungen und Rohmaterial erst einmal gekauft, bleibt man auf den gefertigten Produkten sitzen, denn Abnahmegarantien gibt es nicht.
Beliebt ist auch die Nebenverdienst-Masche mit Autowerbung. Mit Werbeaufklebern auf dem Auto lassen sich laut Aussage der Anbieter mehrere hundert Euro im Monat verdienen. Um in eine Datenbank aufgenommen zu werden, muss aber zunächst eine Gebühr bezahlt werden. Häufig werden den Jobsuchenden bei diesen Lockangeboten noch Zeitschriftenabos verkauft.

Viele unseriöse Firmen arbeiten nach dem Schneeballsystem. Dabei werden die neuen Mitarbeiter dazu aufgefordert, selbst weitere Mitarbeiter, Mitglieder oder Kunden zu werben, die ihrerseits wiederum das System fortsetzen sollen. Für die erfolgreiche Anwerbung werden Geldzahlungen in Aussicht gestellt. Häufig handelt es sich um ein bestimmtes Projekt oder Seminar, für das eine gewisse Geldsumme zu zahlen ist. Durch das Anwerben neuer Teilnehmer soll die investierte Geldsumme in mehrfacher Steigerung später wieder ausgezahlt werden. Der Kreis erhöht sich aber so schnell, dass keine neuen Teilnehmer mehr gefunden werden können und das investierte Geld nicht wieder zurückgezahlt werden kann. Solche Systeme sind gesetzeswidrig.
Haben Sie Geld an eine betrügerische Firma verloren, stehen die Chancen meist schlecht es wiederzubekommen. Oft verstecken sich die Firmen hinter einem Geflecht von ausländischen Briefkastenfirmen. Verantwortliche ausfindig zu machen, gestaltet sich da meist schwierig. Oft ist es deshalb besser, nicht noch mehr Geld auszugeben. Dennoch sollte man sich zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale erkundigen, ob über die Firma etwas bekannt ist oder sogar ein Verfahren läuft, und die Firma bei der Polizei melden.
Nehmen Sie einen angebotenen Vertrag immer mit nachhause und lesen ihn dort gründlich durch, bevor Sie unterschreiben. Ein seriöser Vertrag sollte immer Folgendes enthalten: Name des Vertragspartners, konkrete Jobbeschreibung, Bezahlung, Arbeitszeit und -ort, sowie Beginn der Tätigkeit. Fragen Sie genau nach, wenn Sie etwas nicht verstehen, ein integrer Anbieter sollte verständliche Antworten liefern.

Während unseriöse Anbieter sich meist in schwammigen Formulierungen verlieren (höchste Verdienstmöglichkeiten bei geringstem Aufwand und freier Zeiteinteilung ohne Vorkenntnisse), legen seriöse Unternehmen das genaue Jobprofil einer Tätigkeit und die Anforderungen an die Bewerber klar fest. Neben Firmenname, -anschrift und Telefonnummer steht meist eine namentlich genannte Kontaktperson zur Verfügung, bei der weitere Informationen eingeholt werden können. Zahlen Sie niemals Geld im Voraus!
Einige Verbraucherzentralen haben auf ihrer Internetseite eine Liste unseriöser Nebenjob-Anbieter veröffentlicht, etwa die Verbraucherzentrale Hamburg.