Besonders im Winter, wenn draußen alles kahl und trist ist, stellen Zimmerpflanzen einen nicht zu unterschätzenden Wert für unser Wohlbefinden dar. Allerdings ist der Winter für Zimmerpflanzen die härteste Zeit: Lichtmangel wegen der kurzen Tage und trockene Luft setzten ihnen gehörig zu. Pflanzenexperte Elmar Mai gibt einige Tipps.
Zimmerpflanzen sind im Winter für uns Menschen wichtig, da sie die Raumluft verbessern. Neben der nachgewiesenen Erhöhung der Luftfeuchtigkeit geistern immer wieder Behauptungen durch die Medien, dass sie auch Schadstoffe vernichten könnten. Das stimmt zwar im Prinzip: So können diverse Zimmerpflanzen Nikotin, Formaldehyd oder andere organische Schadstoffe aufnehmen und unschädlich machen. Aber die Menge ist so gering, dass man den gesamten Raum in einen Urwald verwandeln müsste.
Einmal kurz lüften bringt da viel mehr! Deshalb weniger auf Pflanzen achten, denen solche Eigenschaften nachgesagt werden, sondern besser Pflanzen auswählen, die besonders pflegeleicht sind.

Dazu gehören erstaunlicher Weise eine ganze Reihe Orchideen (aber nicht alle!), die im Sommer am Naturstandort an heiße und exponierte Standorte angepasst sind und so auch die trockenen Zimmerluft ganz gut vertragen. In ihrer Heimat machen sie eine Ruhezeit durch. Konsequenz für die Fensterbank: Gelegentliche Trockenheit schadet ihnen nicht und als Aufsitzerpflanzen sind sie äußerst genügsam. Moderne Züchtungen der Oncidien und Odontoglossum vertragen zudem auch die kühleren Fensterbänke ohne Probleme.
Viele südafrikanische Sukkulenten wie Haworthien oder Gasterien sind Pflanzen der extremen Savannen, wo Lufttrockenheit an der Tagesordnung ist, die bekanntlich im Winter in geheizten Räumen vorherrscht. Sie sind besonders für Gießfaule ideale Zimmerpflanzen. Der Düngerbedarf ist mäßig und als eher kleinere Pflanzen passen sie auch auf schmale Fensterbänke.

Alteingesessene Arten wie die Wachsblume oder diverse Sorten der Drachenbäume und Flamingoblumen sind ebenfalls Pflanzen, denen gelegentliche Trockenheit, geringe Luftfeuchte oder Düngermangel nicht gleich den Garaus machen. Und Bromelien kommen mit einem Wasservorrat in den Trichtern oft über mehr als eine Woche aus und regeln ihr Kleinklima selber. Häufige Pflegefehler im Winter sind:

Für eine sachgerechte Pflege gibt Ihnen Diplom-Biologe Elmar Mai folgende Tipps:
Im Winter sollte man also die Pflanzen am Wachsen hindern und viel weniger düngen als im Sommer, weniger gießen (Ausnahme: Heizungsproblematik), in der Regel kühler stellen und heller stellen. Da die Tage kürzer sind und die Sonne weniger scheint, versuchen die Pflanzen ansonsten mit Längenwachstum an mehr Licht zu gelangen, was aber in dieser Jahreszeit bei uns nicht möglich ist.