Raser und Drängler - zur Kasse, bitte! Die Bußgelder für Verkehrssünder wurden drastisch erhöht. ZDFonline hat zusammengestellt, für welche Verstöße Sie seit dem 1. Februar höhere Strafen zahlen müssen.
Ein kurzer Blick auf die Übersicht zum neuen Bußgeldkatalog genügt: Seit dem 1. Februar 2009 muss man für viele Vergehen tiefer in die Tasche greifen. Lediglich an der Dauer der Fahrverbote hat sich nichts geändert.

(bisher / neu / Fahrverbot)
Auch Drängler werden stärker zur Kasse gebeten. Wer den vorgeschriebenen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht einhält, für den kann es richtig teuer werden, wie die Übersicht zeigt.
| Abstand von einem voraus -fahrenden Fahrzeug betrug in Metern | gemessene Geschwindigkeit mehr als 80 km/h (bisher/neu) | gemessene Geschwindigkeit mehr als 130 km/h (bisher/neu) | |
|---|---|---|---|
| weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 40 Euro / 75 Euro | 60 Euro / 100 Euro | |
| weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 60 Euro / 100 Euro | 100 Euro /180 Euro | |
| weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 100 Euro /160 Euro | 150 Euro /240 Euro | |
| weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 150 Euro /240 Euro | 200 Euro /320 Euro | |
| weniger als1/10 des halben Tachowertes | 200 Euro /320 Euro | 250 Euro /400 Euro |

Die Frage ist bloß, ob die Erhöhung der Bußgelder auch wirklich zum gewünschten Erfolg führt: Die Autofahrer zu ordnungsgemäßerer Fahrweise anzuhalten und damit das Unfallrisiko zu senken.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezweifelt dies. Konrad Freiberg, GdP-Bundesvorsitzender dazu: "Bußgelderhöhungen sind nur ein weiterer hilfloser Versuch, dem zunehmend asozialen Verhalten auf Deutschlands Straßen Herr zu werden." Solange die Polizei nicht über genügend Personal verfüge, um mehr Kontrollen durchzuführen, greife die Regelung nicht. "Höhere Strafen nützen nichts, wenn die Gefahr erwischt zu werden, immer kleiner wird", kommentiert Freiberg mit Blick auf die knappe Personalsituation bei der Polizei.
Eine Reportage von Andreas Baum, Stefanie Bartel
Redaktion: Mario Shabaviz
Kamera und Schnitt: Stephan Thöne
Sendedatum: Donnerstag, 26. Februar 2009, 21 Uhr, bei ZDF.reporter