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21. März 2010
 

Frontal21

 
dienstags, 21 Uhr

Giftfalle Auto

[Video]

Der Beitrag als Video

Giftfalle Auto

Schadstoffe im Innenraum

von Andreas Halbach und Herbert Klar

Die Innenräume neuer Autos sind zum Teil mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen stark belastet. Ursache sind ausgasende Kunststoffe sowie lösungsmittelhaltige Kleber und Lacke. Das ergab eine Stichprobe von Frontal21.

 
 
 
 

Bei den Messungen sind in der Raumluft einzelner neuer Autos mehr als 100 verschiedene Chemikalien nachgewiesen worden. In allen untersuchten Neuwagen lag die Konzentration der Schadstoffe um ein Vielfaches über den Empfehlungen von Umweltmedizinern.

 

Krebserregende Stoffe

So gibt die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute (AGÖF) für die Summe aller flüchtigen organischen Verbindungen einen Zielwert von 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft an. Bei der Stichprobe von Frontal21 sind Schadstoffkonzentrationen von bis zu 15.000 Mikrogramm festgestellt worden.

Zitat

„Der Stoff Dichlorpropanol hat in der Umgebung des Menschen nichts zu suchen.“

Peter Braun

Darüber hinaus wurden in zwei zufällig ausgewählten Fahrzeugen sogar krebserregende Stoffe gefunden: Dichlorpropanol, und zwar in einer Konzentration von 80 Mikrogramm pro Kubikmeter, wie das mit der Messung beauftragte Labor feststellte. "Mich hat überrascht, dass wir diesen Stoff überhaupt gefunden haben", so Schadstoffgutachter Peter Braun vom Analyselabor ALAB. "Und mich hat erschreckt, dass wir diesen Stoff in dieser Konzentration, in dieser Höhe, gefunden haben."

 

"Das ist nicht tolerabel"

Seiner Ansicht nach seien 80 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht tolerabel, weder in einem Autoinnenraum noch in einem Wohnzimmer. "Das ist ein Stoff, der ist krebserzeugend. Er ist als stark gefährdend eingestuft, und der hat in der Umgebung des Menschen, in der Atemluft insbesondere, nichts zu suchen", sagt Braun.

 
Der Toxikologe Herrmann Kruse warnt vor "massiven Gesundheitsbeschwerden" durch Schadstoffe im Auto.
 

Der Kieler Toxikologe Hermann Kruse, der schon vor zehn Jahren zu ähnlichen Messergebnissen kam, wirft der Autoindustrie vor, immer noch zu wenig gegen die Emission solcher Schadstoffe zu tun: Zwar habe es in den vergangenen Jahren seiner Kenntnis nach eine Verbesserung gegeben, trotzdem sei er sehr überrascht, dass es immer noch bei Neuwagen erhebliche Probleme gebe. "Die habe ich eigentlich nicht mehr erwartet", so Kruse gegenüber Frontal21.

 
 
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