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15. März 2010
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Anthurie mit zwei Hochblättern. Quelle: Pixelio
Diese Anthurie hat zwei Hochblätter.

Anthurie bringt Farbe auf Fensterbänke

Flamingoblumen sind äußerst pflegeleicht

Im Winter sind die Fensterbänke oft mehr als trist. Nichts blüht - also muss Farbe her. Diese versprechen Winterblüher. Wie wäre es mit der Zimmerpflanze des Jahres 2007 in Holland? Die Anthurie - auch Flamingoblume genannt - wurde sozusagen aus dem Dornröschenschlaf wach geküsst und es gibt sie mittlerweile in den verschiedensten Formen und Farben.

 
 
 
 

Fast jeder hat schon mal Flamingoblumen gesehen. Sie schauen für viele von uns ungewohnt aus, manche halten die dankbaren Schnittblumen sogar für Plastikpflanzen. Mittlerweile gibt es von der Zimmerpflanze "Anthurium scherzerianum" viele Züchtungen: von dem ursprünglichen Rot über Gesprenkelt bis zu cremefarbigem Porzellanweiß.

 

Doch es gibt noch mehr Anthurien-Arten, beispielsweise "Anthurium andreanum", die bei Orchideenhändlern zu bekommen sind. Ihre Ansprüche ähneln denen von Orchideen. Aber mit der Zeit hat sich "Anthurium andreanum" von einer imposanten Pflanze auch zu niedlichen Minis für die Fensterbank gemausert. "Da die Arten untereinander hybridisieren, sind viele Kreuzungen von beiden auf dem Markt vorhanden", erklärt Pflanzenexperte Elmar Mai.

Flamingoblume mit rotem Hochblatt. Quelle: Pixelio
Pixelio
Flamingoblume

Aus dem Geäst von Urwaldbäumen

Anthurien gehören botanisch betrachtet zu der riesigen Familie der Aronstabgewächse, von der es sogar eine heimische Wildstaude gibt. Aber im Gegensatz zu den bodenlebenden Arten, die oft Knollen bilden, sind viele tropische Vertreter Epiphyten und leben gemeinsam mit Orchideen im Geäst von Urwaldbäumen.

In die unmittelbare Verwandtschaft gehören viele bekannte Zimmerpflanzen wie Philodendron (übersetzt: Baumfreund), Fensterblatt oder Aglaonema. Während diese Arten aber eher Blattschmuckpflanzen sind, geht es bei Anthurien vor allem um die Blüten. Doch Ausnahmen bestätigen wie immer auch hier die Regel, denn Anthurien liefern ebenfalls herrliche Blattschmuckpflanzen.

 

Der Kolben ist die Blüte

Aronstab-Gewächse arbeiten mit einer Täuschung. Denn das, was wir als Blüte bezeichnen, ist in Wirklichkeit ein gefärbtes Hochblatt. Die eigentliche Blüte ist der Pin in der Mitte, botanisch korrekt Kolben genannt. Und wie im richtigen Leben auch zieht ein schickes Äußeres die Blicke auf sich. "Daher sind die Bemühungen der Züchter nur all zu menschlich, nach noch schöneren Blüten oder schöneren Hochblättern zu suchen", so Elmar Mai.

 

Das gängige Sortiment wird im Gewebelabor unter absolut sterilen Bedingungen als Klon vermehrt. Die alternative Möglichkeit, sie durch Abtrennen von Tochterpflanzen (Ablegern) zu vermehren, könnte die Nachfrage nach reinen Sorten auf dem Weltmarkt gar nicht mehr decken. Für Liebhaber ist dies aber immer noch eine gängige Methode.

 

Infobox

Robust und anspruchslos

Anthurien sind robuste und anspruchslose Pfleglinge. Als Aufsitzerpflanzen der südamerikanischen Regenwälder mögen sie jedoch keine direkte Mittagssonne und vertragen weder kalkhaltiges Gießwasser noch Staunässe. Hin und wieder brauchen sie nur etwas Dünger und sollten alle paar Jahre mal umgetopft werden. Was sie unbedingt brauchen, ist ausreichend Wärme und ein lockeres Substrat. Anthurien sind pflegeleicht. Gelegentlich sollten sie in Wasser getaucht werden, um sich richtig vollzusaugen. Die Pflanzen sind auch ideal in Hydrokultur. Der Wasserbedarf ist normal bis etwas reduziert.