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12. Februar 2012
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Grabpflege von einem Gärtner. Quelle: dpa
Nicht jeder kann ein Grab regelmäßig pflegen.

Pflegeleichte Grabbepflanzung

Tipps von Gartenexperte Elmar Mai

Für viele Angehörige ist die Planung und Pflege der Grabbepflanzung problematisch: Sie wohnen oft nicht in der Nähe des Friedhofs. Eine Dauergrabpflege kann allerdings bis zu 1000 Euro im Jahr kosten. "Volle Kanne"-Gartenexperte Elmar Mai gibt Tipps, wie Sie durch geschickte Pflanzenauswahl Geld und Zeit sparen.

 
 
 
 

Wer von Beginn an die richtige Pflanzenwahl getroffen hat, spart viel Arbeit bei der Pflege. Im Laufe der Jahre wächst die Bepflanzung zu einem harmonischen Gesamtbild, das sich entsprechend der Jahreszeiten wandelt.

Neben der Grabform und -größe hängt die Gestaltung des Grabes vom persönlichen Geschmack ab. Schön ist eine individuelle Grabgestaltung, die - sei es durch den Grabstein oder die Bepflanzung - eine Verbindung zum Verstorbenen herstellt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Grab auf individuelle Art und Weise zu gestalten.

Frau trauert an einem Grab. Quelle: ap
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Grabbepflanzung muss nicht trist sein.

Robuste Bepflanzung

Die Pflanzen auf dem Grab sollten verschiedene Lichtverhältnisse - also Sonne und Schatten - vertragen. Sie müssen gegen den Wurzeldruck hoher Bäume konkurrenzfähig sein und auch Trockenperioden überstehen können, da regelmäßige Bewässerung nicht garantiert ist. Auch die jahreszeitlichen Aspekte wie Blüten und Früchte müssen berücksichtigt werden, um Lichtpunkte und Akzente zu setzen.

Wer mit offenen Augen über den Friedhof geht, kann schnell erkennen, welche Pflanzen für den speziellen Standort am besten geeignet sind. Über das Gedeihen oder Verderben der Bepflanzung entscheiden viele Faktoren wie Boden, Klimazone und regionale Besonderheiten wie Licht, Wetter oder Wind.

 

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Mit dem Anpflanzen warten

Die Erde wird von Friedhofsgärtnern geliefert. Am Anfang wird ein Grabhügel aufgeschüttet, der aber nachsackt. Deshalb sollten Sie mit der Anpflanzung etwas warten. Die Graberde sollte frei von Ruß und Torf sein. Es gibt auch Alternativprodukte aus Kompost und Rindenmulch, die von Natur aus dunkel sind.

 
 

Auf Qualität achten

Kaufen Sie die Grabbepflanzung nur in Gartencentern und Baumschulen. Dabei ist es sehr wichtig, auf Qualität zu achten. Den Jungpflanzen sieht man den späteren Wuchs noch nicht an. Schnellwüchsige Sorten sind zwar billig, aber für eine pflegeleichte Bepflanzung ungeeignet. Im Gartencenter sollte man sich zudem vergewissern, dass die Pflanzen von den typischen Friedhofschädlingen wie Schnecken, Kaninchen und Wühlmäusen verschont bleiben.

Es gibt erstaunlich viele Pflanzen, die nicht von Schnecken gefressen werden. Weil dieser Aspekt aber nur einer von vielen ist, sollte man sich bei der Auswahl intensiv in einem örtlichen Gartencenter beraten lassen. Oft erkennt man am Preis, dass es sich um schwach wachsende Pflanzen handelt. Diese wachsen langsam und bereiten weniger Arbeit. Durch die geeignete Pflanzenwahl lassen sich mögliche Probleme wie Gießen, Düngen und Beschneiden leichter umgehen.

Engel auf einem Grabstein. Quelle: reuters
reuters
Schön ist eine individuelle Grabgestaltung.

Pflanzen arrangieren und Skizze erstellen

Die Gärtnerei sollte Ihnen die Möglichkeit geben, die Pflanzen einmal in den Originalabmessungen des Grabes so zu arrangieren, wie sie später auf dem Friedhof stehen sollen. So können Sie die Wirkung überprüfen und Alternativen ausprobieren. Bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen, sollten Sie eine genaue Skizze erstellen.

Bei der Planung muss die Endgröße der Pflanzen berücksichtigt werden. Anfängliche Lücken lassen sich mit preiswerten Bodendeckern überbrücken. Mit dunkelgrünen und hellgrünen Pflanzen können Sie Akzente setzen. Sinnvoll ist eine geschlossene Pflanzendecke, denn sie schützt den Boden vor dem Austrocknen und verhindert Unkraut-Wuchs. Wichtig dabei ist, dass diese auch im Winter immergrün bleiben und den Standortbedingungen entsprechen.

 

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Urnen-Gräber

Immer mehr ersetzen die herkömmliche Bestattung durch Urnenbestattungen. Die Ersparnis liegt hier nicht nur in der Grabstätte, sondern auch in der Gestaltung. Die Gedenkstätte ist kleiner und pflegeleichter.

 
 

Immergrüne Bepflanzung

Als Umrandung hat sich Buchs bewährt, der äußerst schnittverträglich ist. Weil aber ein Pilz zunehmend Probleme bereitet, können als Alternative schwach wachsende Sorten von Ilex crenata gepflanzt werden.

Für die Fläche haben sich verschiedene Mini-Sorten von Euonymus bewährt, die es mit grünen oder weiß bis gelb gescheckten Blättern gibt. Alle diese Zwerggehölze sind schnittverträglich und relativ preiswert. Efeu oder Immergrün sind weniger zu empfehlen, weil sie unkontrolliert wuchern und viel Pflegeaufwand bedeuten.

Buchsbäume in Hennen- und C-Form. Quelle: ZDF
ZDF
Buchs ist schnitt- verträglich und eignet sich als Umrandung.

Tipps für Farbakzente

Wer gerne farbliche Akzente setzen möchte, kann auf dem Grab Platz für eine "Saisonbepflanzung" lassen. Im Herbst halten noch einige Blütenpflanzen den kalten Temperaturen stand: Chrysanthemen, Astern, Minicyclamen oder Knospenheide bilden Blüten. Gaultheria und andere Minigehölze bilden rote Früchte, die im Herbst ebenfalls lange zieren. Auch Minigehölze mit interessanten Laubformen und -farben wie die Abelia bilden Akzente.

Pflanzen für die Mitte des Grabs, beispielsweise in Form eines Dreiecks, können für das Frühjahr Zwiebelgewächse, speziell Schneeglöckchen oder Narzissen sein, die dann einer wechselnden Saisonbepflanzung Raum geben. Sie blühen dann jedes Frühjahr wieder. Tulpen sind nicht so ideal, da sie gerne gefressen werden.

 

Betonung des Gedenksteins

Aber auch kleine Formen des Tränenden Herzens oder andere Stauden können langfristig jedes Jahr blühen. Preiswert ist auch die Aussaat von niedrigen Sommerblumen, die lange blühen und eine positive Stimmung verbreiten.

Pflanzen als Hintergrundbepflanzung zur Betonung des Gedenksteins sind vor allem säulig wachsende Eiben oder Zypressen, aber auch formgeschnittene Gehölze wie der Buchs.

 
 
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