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21. März 2010
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Röntgenbild mit Schrauben fixierter Beckenbruch. Quelle: ZDF
Bei komplexen Brüchen werden in die Knochen Schrauben eingesetzt.

Stabilität des Skeletts gefährdet

Knochenbruch im Beckenbereich

Ein unbedachter Schritt, ein Sturz oder ein Unfall - für einen gebrochenen Knochen gibt es viele Ursachen. Besondere Vorsicht ist bei einem Bruch des Beckens geboten. Denn dieses ist nicht nur für die Stabilität des gesamten Skeletts wichtig. Bei einem Bruch können Knochenfragmente unter Umständen auch umliegende Organe verletzen.

 
 
 
 

Neben der Wirbelsäule hat auch das Becken eine tragende Rolle in unserem Knochengerüst. Bricht es, kann die Stabilität des gesamten Skeletts in Gefahr geraten. Ein einfacher, stabiler Beckenbruch äußert sich durch Schmerzen, vor allem beim Auftreten. Bei komplizierteren Brüchen ist das Gehen meist nicht mehr möglich. Etwa zwei Drittel solcher Frakturen treten im Rahmen von schweren Unfällen, bei denen noch zahlreiche weitere Verletzungen vorliegen.

 

Infobox

Aufbau des Beckens

Das Becken verbindet die Wirbelsäule mit den Beinen und bildet eine Stütze für verschiedene innere Organe. Das Becken besteht aus mehreren Knochen: An den Seiten liegen zwei große Knochen, die so genannten Darmbeinschaufeln, unten befindet sich das Sitzbein, vorne das Schambein und hinten das Kreuzbein, das auch Teil der Wirbelsäule ist.
Gemeinsam sind die Knochen ringförmig angeordnet und werden daher auch als Beckenring bezeichnet. An der Verbindung von Sitz-, Scham- und Darmbeins liegt rechts und links jeweils eine Vertiefung, die so genannte Pfanne des Hüftgelenkes, die zusammen mit dem darin liegenden Kopf des Oberschenkels das Hüftgelenk bildet.

 
 

Welcher Knochen ist betroffen?

Brüche der Beckenknochen resultieren meist aus Stürzen oder Unfällen. Je nachdem, welcher Teil betroffen ist, kann die Stabilität des Ringes erhalten bleiben oder gestört sein. Brüche des vorderen Beckenrings, zum Beispiel isolierte Scham- und Sitzbeinfrakturen sowie kleine knöcherne Absprengungen an den Darmbeinschaufeln gelten als stabil. Der hintere Beckenring trägt mehr Gewicht. Wenn er bricht, kommt es zum Verlust der Stabilität.

 
Beckenuntersuchung beim Arzt. Quelle: ZDF
ZDF
Bei der Diagnose helfen dem Arzt nicht nur Röntgen-Aufnahme und CT, sondern auch Tests der Beweglichkeit.
 

Von großer Bedeutung ist auch, ob die Pfanne des Hüftgelenks in Mitleidenschaft gezogen ist. In diesen Fällen droht ein vorzeitiger Verschleiß des Hüftgelenkes (Arthrose). Bei schweren Verletzungen besteht auch die Gefahr, dass die Harnblase, der Enddarm oder große Blutgefäße durch Knochenbruchstücke einreißen oder Nerven Schaden nehmen.

 

Einfache Diagnose

Viele Beckenbrüche sind schon im einfachen Röntgenbild zu erkennen. Ist der hintere Beckenring betroffen, folgen Spezialaufnahmen, um den Grad der Instabilität besser zu beurteilen. In diesen Fällen und bei Brüchen des Acetabulums (eines Teils des Hüftgelenks) wird aber in der Regel zur exakten Erfassung des Schadens eine Computertomographie (CT) angefertigt.

 

Bei komplizierten Brüchen oder Mehrfachverletzten müssen zusätzlich Untersuchungen der inneren Organe und Gefäße erfolgen (Ultraschall, CT).

Kein Gips nötig

Die Therapie richtet sich nach der vorliegenden Fraktur. Einfache stabile Brüche werden konservativ behandelt. Dabei dürfen die Betroffenen auch sofort wieder aufstehen und - bis zu ihrer individuellen Schmerzgrenze - auftreten.

Auch manche instabile Brüche können ohne Operation ausheilen. Hier ist meist eine gewisse Entlastung des entsprechenden Beines durch Gehstützen erforderlich. Die Länge der Entlastung richtet sich nach der Schwere der Verletzung und dem Heilverlauf.

 

Schweres Gerät

Sehr instabile Frakturen und Frakturen des Acetabulums werden operiert. Je nach Verletzungsmuster können dabei Schrauben, Platten oder äußere Haltesysteme (Fixateur externe) eingesetzt werden. Bei schweren, instabilen Beckenfrakturen, insbesondere mit Blutungen durch Gefäßverletzungen, kann noch in der Notaufnahme notfallmäßig eine Fixierung mit einer so genannten Beckenzwinge durchgeführt werden. Dieser äußere Spanner wird über zwei kleine Hautschnitte angelegt und überbrückt die Zeit bis zur endgültigen Operation.

 

Bei komplizierten Beckenbrüchen hängt die Prognose ganz wesentlich von der Schwere der Verletzung ab, insbesondere, ob Organe, Gefäße oder Nerven mitbetroffen waren. Vor allem Läsionen der Nerven können zu dauerhaften Schmerzen oder Bewegungs- und Gefühlsstörungen führen. Unkomplizierte Beckenbrüche heilen in der Regel folgenlos aus.

 
 
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