Die einzelne Familie schafft es heute nur noch selten, mehrere Generationen unter einem Dach zu vereinen. Doch das Zusammenleben von Jung und Alt bringt Vorteile mit sich. Diese gezielt zu nutzen, ist Sinn und Zweck des Projekts Mehrgenerationenhaus. Alltägliche Probleme können hier gemeinsam gemeistert werden. Was klingt wie eine schöne Utopie, ist hier und dort bereits in die Tat umgesetzt.
Das Zusammenleben im Mehrgenerationenhaus soll für alle Altersgruppen gewinnbringend sein: Senioren profitieren von der Lebendigkeit der Jüngeren, Familien erfahren Unterstützung von den Älteren. Auch für Kinder hat die Wohnform Vorteile, da in den Häusern auf eine kinderfreundliche Umgebung geachtet wird. Das Projekt baut darauf auf, dass jeder Mieter seine Stärken in die Hausgemeinschaft einbringt. Und: Alle kennen sich untereinander und helfen sich gegenseitig - das bedeutet mehr Lebensqualität.

Auch Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, beispielsweise alleinerziehende Mütter oder Hartz-IV-Empfänger, bietet das Haus eine Perspektive. Durch Unterstützung aus dem Umfeld gelingt es möglicherweise leichter, beruflich wieder auf die Beine zu kommen.
Das Zusammenleben gestaltet sich in jeder Projektgruppe anders. Es gibt Gruppen, die gleich zu Beginn eine Hausordnung aufstellen, andere haben nach zehn Jahren noch keine. Obwohl der Gemeinschaftsgedanke groß geschrieben wird, ist die richtige Mischung aus Nähe und Distanz wichtig. Entscheidend ist, dass diese Wohnform einen Austausch zwischen den Generationen fördert und keine Einsamkeit aufkommen lässt.
Wichtig: Ein Mehrgenerationenhaus ist kein betreutes Wohnen. Jeder hat eine abgeschlossene Wohnung. Nur die Gemeinschaftsräume werden zusammen genutzt. Es gibt keinen Zwang und kein Programm, das abgespult wird. Jeder soll in diesem Haus selbstständig leben. Es gibt Projekte, die Bettenlifte oder ähnliches anbieten für den Fall einer Pflege.
In ihrer Stadt, in den Kommunen, im Internet, in Wohlfahrtsverbänden, bei Koordinierungsstellen, beim Kuratorium Deutsche Altershilfe oder auch beim bundesweiten Forum für gemeinschaftliches Wohnen.

Wenn Sie sich für ein Mehrgenerationenhaus bewerben, könnten folgende Fragen gestellt werden: Ist der Bewerber offen für diese Art des Zusammenlebens? Sind Sie kontaktfreudig? Haben Sie Spaß am gemeinsamen Lernen? Sie müssen sich als Unterstützung in der Gruppe einbringen wollen. Die Gruppe steht im Vordergrund: Sie soll soziale Kompetenzen entwickeln.
Vermieter von Mehrgenerationenhäusern sind sowohl Privatleute als auch Vereine. Als Privatmann können Sie ein Haus kaufen oder bauen und als Investor auftreten - in diesem Falle kann man Fördergelder von der Kommune oder dem Land beantragen - besonders, wenn Sie Sozialwohnungen einrichten. Auch Vereine können ein solches Projekt auf die Beine stellen und als Generalvermieter auftreten.