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12. Februar 2012
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Brennende Zigarette. Quelle: ZDF
Zigarettenkonsum gilt als Hauptursache für COPD.

Typische Raucherkrankheit

COPD führt zu schwerem Husten, Atemnot und Müdigkeit

Laut Statistischem Bundesamt sind derzeit die häufigsten natürlichen Todesursachen in Deutschland Herz- und Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs. Prognosen zufolge soll sich dies innerhalb der nächsten zehn Jahre ändern. Denn COPD, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, ist auf dem Vormarsch.

 
 
 
 

Allein in Deutschland leiden etwa fünf Millionen Menschen an COPD (engl.: Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Der Volksmund kennt die Krankheit auch als Raucherlunge oder Raucherhusten. Dies trifft den Nagel auf den Kopf, denn in neun von zehn Fällen ist langjähriges Rauchen für die Erkrankung verantwortlich.

Mann hustet. Quelle: ZDF
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Chronischer Husten kann auf COPD hinweisen.

Belastete Lunge

Bei neun von zehn COPD-Betroffenen steht das Rauchen im Vordergrund. Andere Auslöser sind Passivrauchen, Schadstoffbelastungen der Lunge mit Staub, Gasen oder ähnlichem sowie erbliche Einflüsse.

In der Regel geht COPD eine langjährige chronische Bronchitis voraus. Diese andauernde Entzündung der Atemwege wird oft über Jahre nicht erkannt, weil viele Betroffene erste Symptome wie Husten und gelegentliche Atemnot nicht ernst nehmen und nicht zum Arzt gehen.

 
Grafik gesunde (kleine) und kranke (große) Lungenbläschen. Quelle: ZDF
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Eine Grafik zeigt gesunde (kleine) und kranke (große) Lungenbläschen.
 

Atmung beeinträchtigt

Haben sich die Bronchien durch die chronische Entzündung im Verlauf der Erkrankung verengt, wird das Atmen, vor allem das Ausatmen, immer schwieriger. Zunächst kommt es nur bei Belastung zu Atemnot. Im fortgeschrittenen Stadium tritt die Atemnot ohne Belastung auf. Außerdem ist eine COPD mit einer vermehrten Schleimproduktion der Bronchien verbunden. Die Betroffenen leiden daher unter Husten und Auswurf.

 

In vielen Fällen kommt es im Verlauf einer COPD zu einer Überblähung der Lunge, dem Emphysem. Ursache ist eine Schädigung der Lungenbläschen. Aus vielen kleinen Bläschen mit großer Oberfläche entstehen einzelne große, schlaffe und funktionsuntüchtige Blasen. Dadurch verkleinert sich die Oberfläche der Lunge, und sie kann weniger Sauerstoff aufnehmen. Der chronische Sauerstoffmangel führt zunehmend zu Schwäche und Müdigkeit.

Blutabnahme am Ohrläppchen. Quelle: ZDF
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Zur Blutgasanalyse wird Blut am Ohr entnommen.

Sofortiger Rauchstopp

Angesichts der eindeutigen Symptome reichen oftmals eine Lungenfunktion (Spirometrie) sowie eine Blutgasanalyse (diese gibt Aufschluss über den Sauerstoffgehalt im Blut), um die Krankheit zu diagnostizieren. Die Untersuchungen dienen später auch zur Kontrolle und Dokumentation des Krankheitsverlaufs.

Erste und wichtigste Therapie ist ein sofortiger Rauchstopp. Dazu gehören auch Passivrauchen und andere schädigende Einflüsse durch die Atmung. Denn COPD ist nicht heilbar, kann aber aufgehalten werden. Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die den Betroffenen Linderung verschaffen. Sie werden meist inhaliert und helfen, die Bronchien zu erweitern, was zu einer Besserung der Beschwerden führt.

Beatmungswagen im Krankenhaus. Quelle: ZDF
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Im schlimmsten Fall ist ein Beatmungswagen nötig.

Aufzuhalten, aber nicht heilbar

Patienten im fortgeschrittenen Stadium brauchen häufig eine Sauerstofftherapie oder eine stundenweise Beatmung, weil der Körper die "Atemarbeit" nicht mehr ständig leisten kann. Unter Umständen kommt auch eine Verringerung des Lungenvolumens durch einen chirurgischen Eingriff oder seit kurzem durch das Einsetzen von Ventilen in Betracht.

Über- oder Untergewicht sollte korrigiert werden. Betroffene sollten durch körperliche Bewegung ihre Kondition und Muskulatur verbessern, zum Beispiel in speziellen Lungensport-Gruppen.

 

Schirmventile einsetzen

Ein Verfahren ohne große Schnitte wird seit einigen Monaten von den Krankenkassen übernommen. Das Einsetzen von Schirmventilen, so genannten endobronchialen Ventilen, in die Bronchien. Die Ventile werden über die Luftröhre zu den gestörten Bereichen gebracht und dort mittels eines kleinen Schnittes eingesetzt. Sie bewirken, dass keine weitere Luft in das defekte Areal eingeatmet werden kann. Zusätzlich lassen sie nach und nach die angesammelte Luft entweichen.

 

Dieses Verfahren gilt als schonender als eine langwierige Operation, denn es wird im Schlafzustand durchgeführt. Je nach Patient werden unterschiedlich viele Ventile eingesetzt. Kurz nach dem Eingriff bemerken Ärzte und Patienten eine kurzzeitige Verschlechterung des Zustandes. Innerhalb einiger Monate allerdings lassen sich beispielsweise durch den Lungenfunktionstest und durch die Beobachtungen des Patienten Verbesserungen feststellen.

 

Bekämpfung der Symptome

Allerdings: Auch durch die Schirmventile lässt sich die Erkrankung nicht heilen. Das Verfahren hilft lediglich, die Symptome zu lindern, die Belastbarkeit zu erhöhen und das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die letzte Therapiemöglichkeit ist und bleibt eine Lungen-(Teil-)Transplantation. Diese ist jedoch nur in Einzelfällen möglich.

 

Die beste und einzige Vorbeugung gegen COPD ist, nicht zu rauchen - oder so schnell wie möglich damit aufzuhören.

 
 
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