Hauptnavigation:

Sie sind hier:

09. Februar 2010
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Autofahrer. Quelle: imago
Gifte können die Fahrtüchtigkeit einschränken.

Atmen im Auto
kann gefährlich sein

Giftige Ausdünstungen bei Neuwagen

Viele Autoliebhaber finden den charakteristischen Geruch eines fabrikneuen Wagens besonders faszinierend. Dieser Geruch stammt von den jungfräulichen Sitzbezügen, dem Teppich und den Kunststoffeinbauten - und ist der Gesundheit nicht immer zuträglich.

 
 
 
 

Ein Test der Innenraumluft verschiedener fabrikneuer Fahrzeuge zeigte: In der Atemluft des Autoinnenraums können sich zahlreiche Schadstoffe befinden. "Wir haben insgesamt über hundert Giftstoffe bei unseren Messungen gefunden", sagt Dr. Manfred Mierau, Diplom-Biologe und Sachverständiger für Baubiologie.

Neuwagen bei Autohändler. Quelle: reuters
reuters
Neuwagen bei einem Autohändler: Die Gifte lauern im Innenraum.

Schädigende Gifte

Unter den nachgewiesenen Substanzen fanden sich zum Beispiel flüchtige Kohlenwasserstoffe, Weichmacher oder Ausdünstungen von Klebern und Lacken. Diese sind giftig und können den Fahrer ganz schön benebeln. "Es können Atemwegs- und Schleimhautreizungen auftreten, dazu neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Benommenheit oder Übelkeit, die auch die Konzentration und Fahrtüchtigkeit beeinflussen können", erklärt der Experte.

 

Bei langer und massiver Exposition könnten auch chronische Schäden auftreten. So wurden zum Beispiel auch krebserzeugende und fruchtschädigende Stoffe wie Dichlorpropanol festgestellt - in einer Konzentration von 80 Mikrogramm pro Kubikmeter. "Das ist nicht tolerabel, weder in einem Autoinnenraum noch in einem Wohnzimmer", moniert Mierau. Die Giftstoffe finden sich dabei vor allem in den verschiedenen Kunststoffen, die beim Ausbau des Autoinnenraums Verwendung finden: In Polstern, Dämmstoffen oder Verkleidungen, in Bezügen, Klebern oder im Kunstleder.

 

Infobox

Keine Richtwerte für Autos

Verbindliche Grenzwerte, die von der Automobilindustrie bei der Innenausstattung berücksichtigt werden müssten, gibt es nicht. Stattdessen werden hier auch die Richtlinien für normale Innenräume angewandt. Die Hersteller sind nicht verpflichtet Warnhinweise zu geben.

 
Auspuff eines Autos. Quelle: ap
ap
Zwickmühle: Beim Lüften dringen Abgase ins Auto.

Richtig lüften

Um die Luft im Neuwagen möglichst schadstofffrei zu halten, sollte während der ersten Wochen und Monate immer gut durchgelüftet werden: Lassen Sie schon vor der Fahrt einige Minuten die Türen offen stehen. Im Sommer sollte der Wagen mit leicht geöffneten Fenstern geparkt werden. "Je höher der Luftwechsel, desto mehr verdünnen sich die im Innenraum freigesetzten Schadstoffe", so der Experte. Allerdings: Während der Fahrt holt man sich durch geöffnete Fenster und eingeschaltete Lüftung auch Abgase und Feinstäube in den Fahrzeuginnenraum.

 

Vor dem Kauf eines Neuwagens sollten vor allem empfindliche Personen wie Allergiker beim Hersteller den Nachweis einfordern, dass der Wagen schadstofffrei ist. Machen Sie vor dem Kauf auf jeden Fall einen Geruchstest. Sollten Sie den Verdacht haben, dass in Ihrem Neuwagen eine zu hohe Schadstoffkonzentration herrscht, können zum Beispiel der TÜV, Sachverständige für Innenräume oder Baubiologen eine Messung vornehmen. Diese kann zwischen 200 und 700 Euro kosten, je nachdem welche Stoffe analysiert werden sollen.

 

Infobox

Klimaanlage desinfizieren

Eine Klimaanlage kann im Laufe der Zeit zur Bakterienschleuder werden. Deswegen sollte sie regelmäßig gereinigt werden. Hierfür gibt es spezielle Desinfektionsmethoden, bei denen die Anlagen getrocknet und gründlich gereinigt werden.